re:publica 09 LIVE
Übrigens: Ich werde natürlich trotzdem darüber berichten. Leider ist aktuell nur der TON und das recht schlecht zu vernehmen ...
Ich meine, wer sich fürs Bloggen, für die Entwicklung des Internets und das Publizieren im Netz interessiert, ist bei dieser Konferenz bestens aufgehoben. Allerdings ist ja nur ein Bruchteil von den Leuten anwesend, die diese Thematiken berühren. Aber die, die da sind, profitieren auf vielen verschiedenen Ebenen von diesem Happening.
Im letzten Jahr, bei der ersten re-publica war Euphorie das vorherrschende Gefühl - zusammen mit der Haltung: "Hier sind wir! Wir sind hier!" Die deutschsprachige "Digitale Bohème" traf sich, die deutschen Blogger, Net-Junkies, Publizisten und Aktivisten, der ganze Haufen sehr engagierter Leute, traf sich erstmalig im April 2007 in der Berliner Kalkscheune. Ein Ereignis, das alle überraschte und auch überwältigte. Wir haben eine Stimme. Wir machen was (zusammen). Wir sind hier.Mir hat es sehr gefallen. Vor allem die Gespräche und Begegnungen mit den vielen verschiedenen Menschen, die im Netz aktiv sind. Es ist schon irgendwie eine Art Gemeinschaft. Und ich glaube auch, dass diese durch die noch folgenden Konferenzen weiter zusammenwachsen wird. Ich jedenfalls fühle mich zugehörig.
Natürlich, viele sind Weltverbesserer, Utopisten, Kreative, auf ihrem Gebiet engagierte Menschen halt. Zu ihnen zähle ich mich auch. Doch in diesen Tagen in Berlin wurde auch deutlich, dass viele "Profis" unterwegs waren. Entweder Menschen, die mit ihrem Unternehmen einen Blog führen, der weder mit Blogging im weitesten Sinne, noch mit spannenden Experimenten im Internet und schon gleich gar nichts mit einer Vision für die Netzgemeinde zu tun hat. Man hängt sich an die kritische Masse, an den Trend und denkt, das ist es, das bringt uns nach vorn.
Diese Leute sind mir nicht nur suspekt und unangenehm. Sie gehören einfach auf eine andere Veranstaltung. Die Kommerzialisierung hat deutlich fussgefaßt bei der re-publica und den Netzmachern. Eine unangenehme Entwicklung. Startups, Geschäftsführer und PR-Leute versuchen uns für ihr Angebot zu gewinnen. Uns, die etwas anderen Typen im Netz. Wir sind eine attraktive Zielgruppe und das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Das es natürlich Sponsoren geben muss, die ihre Teams schicken, ist klar, damit habe ich kein Problem. Ich meine jene Businessmänner und - Frauen, die sich unters Volk mischen. Irgendwie unentspannte Leute, die ich für kontaktgestört halte, weil sie sich hinter einer professionellen Maske verstecken.
Auch viele Studenten und angehende Journalisten nutzen diese Veranstaltung um nur ja nichts zu verpassen und endlich mal Durchblick zugewinnen. Ich fürchte, sie werden scheitern ...
Hier und dort finde ich die Anwesenheit dieser latent verkrampften Geschäftspartner ja ganz zu- und einträglich. Aber im Grunde kann ich auf sie verzichten. Genauso wie auf die vielen SOCIAL COMMUNITY-Webseiten und erinnere in diesem Zusammenhang an Second Live (der Hype ist alle)!
Die re-publica ist eine sehr wertvolle, äußerst sinnvolle Veranstaltung und auch nicht mehr wegzudenken. Zumindest für mich. Ich hoffe stark, dass es sie noch lange gegen wird. Und wir einander befruchten, kennen- und schätzen lernen.
Ich lerne immer wieder neue Dinge auf diesen Treffen, neue und spannende, zukunftsweisende aber auch komplett sinnentleerte Dinge und Geschichten kennen. Neue Aspekte des Internets, neue Möglichkeiten des Publizierens ... und vor allem richtige tolle Leute!
Schöne Grüße an alle, die ich getroffen habe, vor allem an Kai Wilken, dem engagierten Hamburger, Hans Dorsch von Macprofessionell (klasse Buch!) und seine Freundin, an den Hauptstadtblog, die sehbehinderten und blinden Speaker vom Cape Berlin, Thilo von Twibble, Daniel von underTube (was ist denn nun mit der Websoap?) und meine beiden Mitstreiter, mit denen ich jetzt endlich DAS Hamburg-Blog starten will. Auch diese Blogger Beispiele dafür, dass sich Professionalität und aufrechtes Engagement nicht ausschließen. Alles wird, alles war - alles ist gut!
Übrigens: Natürlich auch Grüße an diejenigen, die ich vergessen habe zu erwähnen, da ich ihren Blog grad nicht zur Hand habe. Und Dank natürlich Johnny - klasse Beiträge mal wieder! - und Kumpane!

So nutze ich die Zeit und blogge. Heute gab es Rindfleisch-Eintopf mit Bohnen. Zum Nachtisch Mohnkuchen und einen doppelten Expresso. Essen finde ich wichtig. Denn es kann ja nicht angehen, dass man nur geistige Nahrung speichert. Hat man sein Süppchen amtlich ausgelöffelt, fängt die Sonne am Scheinen an.
Eben fand ich mich plötzlich in einem Workshop ohne deutsche Untertitel wieder. Da war noch Platz und ich wollte nicht wieder aufstehen. Ein britischer Staatsbürger stellte ein paar Website zu lokalpolitischen Anliegen vor: http://www.mysociety.org/!
Ganz interessant. Und ich habs ja auch verstanden ...
Der Panel GELD VERDIENEN MIT BLOGS reloaded, war, anders als im letzten Jahr, sehr gut, sehr unterhaltsam und äußerst informativ. Ich komme noch mal darauf zurück. Und man kann dazu ja auch TECHNORATI durchsuchen.
Ansonsten sind wir hier ein kleines Hamburger Grüppchen, dass sich überlegt, ein überregionales regionales Hamburger Blog-Magazin ins Leben zu rufen. Das Kind muss einen Namen haben und darum geht es gerade. Ich habe einen Vorschlag gemacht - den ich natürlich nicht verrate - und den ich gerne durchbringen würde.
Die Bilder habe ich gerade eben geschossen.
Übrigens: Der Blogger ist weiblich.
Während ein guter Teil der anwesenden Blogger twittert und twittert und twitter und twittern groß in Mode ist - was vor einem Jahr noch nicht in diesem Ausmaß der Fall war - ist der andere große Trend, die Sache mit den "Social Communities". Gestern Abend gab es noch eine gute Session von den Machern von mixxt, einem frisch gelaunchten Anbieter von Community-Software und - Lösungen.
Solche Anbieter, neue Communities schiessen seit dem Holtzbrinck-Coup mit StudiVZ im Netz wie Pilze aus dem Wald. Man will es nachmachen, viel, viel Geld scheffeln mit einer hippen Community. Angesichts dieser rasanten Entwicklung im Internet, die sich deutlich seit der ersten RE-PUBLICA darstellen lässt, fragt man sich, wie nachhaltig diese Trends sind, wie kurzlebig diese Moden sein werden - und was das eigentlich alles soll. Was ist, was soll eine Online-Community eigentlich?
Die weltweit größte im Netz ist übrigens MySpace. Nun, eine soziale Community ist beispielsweise die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg (Santa Fu). Allerdings eine analoge, also eine Offline-Community. Hier werden Freundschaften geschlossen, Seilschaften befestigt, Freunde eingeladen, Events geplant, Regeln aufgestellt und mißachtet, Daten gemopst und Identitäten ausgebildet ("Ich bin die Schwarze Mamba aus Santa Fu").
Vereinsbildung und -Meierei ist seit Urzeiten ein allzu menschliches Bedürfnis. Stammesgemeinschaften, Züchter-Vereine und Logen bieten Schutz und Bestätigung, Zugehörigkeitsgefühle und neue Geschäftspartner und Aufträge.
Warum man das online nachbaut, bleibt vielleicht ein Geheimnis der ewigen Jugend. Oder?
So. Jetzt gehts heiter weiter im Programm!
Übrigens: Gerade läuft Placeblogging und Stadtwikis und gleich folgt Geld verdienen mit Blogs - reloaded"Ich hätte gärn zwei Schokoladen-Kroassoas!"
"In eene Tüte oder in zwee?"
Berlin ist immer eine Reise wert. Daran besteht überhaupt kein Zweifel!
Übrigens: Ich befinde mich gerade mit meinem Laptop in einem freien, ungesicherten WLAN-Netzwerk. Damit ich keine Passwörter im Browser eingeben muss, nutze ich den WINDOWS LIVE WRITER zum Bloggen. Klasse Tool.
Man trifft in jeden Fall die üblichen Verdächtigen (vom WordCamp). Lori von Microsoft zum Beispiel. Sehr symphatisch. Aber auch eine Handevoll Hamburger Blogger sind mittenmang.