Auf Linie seit: 1519 Erdumdrehungen
Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 18:24
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die zeit vergeht im fluge, kind
der lebensflug verrinnt geschwind
drum packe stets auch kuchen ein
brause und ein blümelein
wenn dein besuch zur oma geht
bei opa wars ja auch zu spät
wer weiß wie lang du warten musst
auf omas feuchten schlabberkuss
Die Poetik fehlt mir. Momentan aber ist nicht ans Dichten zu denken, zu übermächtig scheint der Alltag, mit seinen vielfältigen Anforderungen, das Bemühen um Aufträge. Und dennoch schreibe ich lyrisch, denn: Poetry is Code - Code is Poetry!
Auf diese Art habe ich meine Arbeit noch nicht durchdacht, aber es ist wahr: Alle jene fremd klingenden Dinge, mit denen wir das Netz im Innern am Laufen halten – Hypertext Markup Language, Cascading Stylesheets, Ecmascript und Ruby on Rails – werden von uns Buchstabe für Buchstabe geschrieben, in sinnhaften, lesbaren Sprachen.
Denn wir verschmelzen das mächtigste kulturelle Werkzeug – Sprache und Schrift – mit dem mächtigsten naturwissenschaftlichen Werkzeug – Maschinen. Wir schreiben Maschinen.
Benjamin Birkenhake schreibt in seinem genialen Artikel "Wir schreiben Maschinen" auch: Aus nichts als Textmaschinen haben wir eine globale Kulturtechnologie hervorgebracht, die so mächtig ist, dass vor 20 Jahren niemand imstande war, sie sich vorzustellen und heute niemand imstande ist, sie zu begreifen oder gar zu kontrollieren. Eine kulturelle 'Kettenreaktion' aus nichts als Schrift.
So sieht es aus. Das ist meine Lyrik gerade: Quellcode!
Ich bin kein Techniker und werde auch nie einer sein, obwohl ich mit Technik AUCH mein Geld verdiene. Aber als Techniker wird man geboren. Nackte Logik macht mir tendentiell Angst und ich verstehe mich mit vielen Technikern meist überhaupt nicht - obwohl Ausnahmen die Regel bestätigen - und bekomme hin und wieder auch Ärger mit ihnen. Weil ich ihre Welt nicht verstehe.
Und ihre Sprache nicht.
Ich verstehe mich viel besser mit Künstlern. Viel, viel besser. Auch wenn Programmieren eine Kunst ist und auch wenn die Webentwickler mit Text hantieren und damit, wie wir sahen, eine Art Poesie herstellen.
im hafen lag an langer leine
der gastanker des käptns heine
dieser smoikte gern einmal
zigarillos zweiter wahl
die letzte zippe die er schmauchte
war jene die das gas verbrauchte
ein loderstrahl losch seinen tanker
ein britzeln noch und dann versank er
ein tach so
annern so
dann steht der fluß bis zum popo
steht die elbe bis zum arsch
heißts von oben wasser marsch
dann kommt wind und wirbelt satt
die touristen durch die stadt
tut die sonne wieder scheinen
könnt man ohne weitres meinen
hamburch sei die metropole
wo ich mir das lachen hole