leben
7
Jul
2008
1
Jul
2008
28
Jun
2008
26
Mai
2008
Sporting Blogchef
Wie der geneigte Leser rauszulesen vermag, bin ich noch immer Mitglied im MeridianSpa zu Hamburg. Nicht nur das. Erst kürzlich erweiterte ich und wechselte von der Gold- zur Platin-Card, um auch einen zweiten Club, nämlich den auf meinem Arbeitsweg in der Hamburger City, unten am Hafen bei Gruner & Jahr, unter der Woche mitzunehmen.Vielfach wurde davon ausgegangen, dass die Mitgliedschaft in solch einem Bewegungs- und Badetempel heimlich in ein Karteileichen-Dasein übergeht. Das kann ich in meinem Fall nun nicht bestätigen. Es ging an dieser Stelle sogar so weit, dass man sich bemüßigt fühlte, nach dem Fortbestand meines Vorhabens selbsttätig nachzufragen. Dies blieb jedoch aus. Nicht jedoch die Nutzung der Wellness- und Body-Care-Anlage.
Wie also sieht meine Körperbetüchtigung momentan aus? Dem muss ich vorausschicken, dass ich erst kürzlich, Anfang Mai, einen Body-Age-Test im MeridianSpa durchführen ließ. Leider nur bei einem jungen Trainer. Jungen Trainerinnen standen mir zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung. Das sind schon mal die Nachteile in einem solchen Fitness-Tempel.Jedenfalls kam dabei heraus, dass ich ganz gut dastehe: Mein Körper ist nur ein Jahr älter als ich! Erreichbar aber sind 9 Jahre jünger. Daran arbeite ich jetzt. Hart und regelmäßig. Ich folge einem Plan, den ich selbsttätig ergänze. Am Ende, wie gesagt, soll dann ein Körperalter von minus neun Jahren herauskommen. Fit, wie ein Turnschuh - das hat nun in meinem Leben Priorität.
Zu selten aber lasse ich mich nach vollbrachter Leistung schön durchkneten. Meist bleibt dazu keine Zeit, denn bei meinem Programm dauert es schon mal locker drei Stunden in den Tempeln des Gottes Spa. Vom Ausdauertraining zum Workout, vom Muskelaufbau zum Plantschen, von den Thermen in die Saunen und von dort in den Japanischen Garten. Heimlich eine rauchen! Wenigstens in der Raucherecke kommt es hin und wieder zu einem kleinen Gespräch. Ansonsten ist die Flirtsituation unbefriedigend, obwohl die Landschaft dazu förmlich einlädt. Aber viele, vor allem junge Dinger, flirten lieber mit dem Spiegel.
Die Geräte, an denen ich mein Body-Age hinabhangel, sind festgelegt. Wenn man denkt: "Ach, kuck mal, neben dem Gerät würd ich gern ein bisschen rumturnen!", kann man sein Ziel schnell aus den Augen verlieren. Apropos: Nicht wenige der Fitnessianer LESEN beim Konditionstraining! Man nimmt eines der Geräte in Betrieb, ein Fahrraddings, Stepdings oder Laufdings, und spult seine Zeit ab während man die Gala oder einen Liebesroman liest - oder auch eine Soap am Monitor verfolgt. Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Für mich Training immer eine willkommende Gelegenheit zur Body-Meditation.Damit beginne ich also: Stepdings. In der Woche 95 Minuten, einmal 40, das andere Mal 55. Ich bin danach jedes Mal derart durchgeschwitzt, dass ich mich richtiggehend männlich fühle. Danach geht es an den "Zirkel" oder an die Mupfelgeräte. Den Zirkel macht man an 12 Geräten hintereinander. Jeweils 90 Sekunden den ganzen Körper einmal durch. Nach solch einer Exkursion bin ich fix und foxi. Beim nächsten Besuch kommt dann der Geräteplan zum Tragen. Der ist anspruchsvoller und gezielter. Da kommt man in der Anlage rum.
Wir stärken den unteren Rücken und natürlich auch den Bauch (zwei fiese Übungen). Brustmuskeln, Schulter, oberer Rücken folgen. Beinpresse für den Po und dieses Ziehdings für die Bizeps und da hinten die Trizeps. Wenn man alles zusammennimmt, ist das der komplette Wahnsinn. Wer schön sein will, muss leider und was tut man nicht alles für den Erfolg, ein langes Leben und für die Frauenwelt!!!Es gibt auch schon mal Ärger und wenn mir einer komisch kommt, dann weiche ich nicht aus. Kürzlich beim "Zirkel" steht plötzlich ein älterer türkischer Mitbürger neben mir und versucht mich zu belehren. Ich habe nichts gegen die Menschen vom Böbürüs, im Gegenteil.
Aber ich war gerade schwer beschäftigt und er meinte, ich soll mein Handtuch "unten legen". Jaja. Unten legen. Leg ich also nächstes Gerät mein Handtuch unten. Nicht aus dem Tritt kommen, nur weitermachen. Kommt er wieder und wird forsch: "Ist der Gerät alle nass, mach Handtuch unten legen!" Ich starre ihn an und meine, jaja, ich zieh das jetzt hier erstmal durch. Starrt er mich zurück an. War aber ein Trainer in der Nähe, der vermitteln konnte. Ich solle das Handtuch "drunter legen", zwischen mir, meinem Schweiß und den Plastikpolstern. Ach so.Danach geht es schön in den Spa-Bereich.
Hier warten Schwimmbad - mit richtigen Nilpferden - Sprudeldings, Japanischer Garten, Ruheraum und zig Saunen und Dampfdingsbums auf mich. Hier tobe ich mich aus. Ich schwimme zunächst ein paar Züge, um den Muskel zu sagen: "Gut Jungs, runterkommen!" Und rege mich jedes Mal über die Nilpferde im Becken auf. Da ist wenig Platz. Die meisten Menschen schwimmen wie ferngesteuert gerade Bahnen. Obwohl das Becken Nierenform hat. Ich schwimme wo grad frei ist. Nein, hier wird stur geradaus geschwommen. Ist das wie im richtigen Leben? Halsstarrig und nur nicht rechts und links und durcheinander?Dann lass ich mich endweder im Garten von der Sonne bescheinen, in den Wannen der Therme zurechtsprudeln oder suche mir grad die passende Sauna aus. Eine milde mit Vogelgezwitscher und Heuaufguss. Eine feuchte mit einem Bergkristal in der Mitte. Einem türkischen Dampfbad. Einer heißen finischen Sauna. Einer Event-Sauna mit viel Licht. Ach, ist das herrlich!
Viele duschen sich gleich nach dem Saunagang kalt ab. Ich nicht. Ich schwitze auf der Terrasse noch 10 Minuten nach, bis ich mich ins Kältebecken bemühe. Brrrrr. Danach ein heißes Fußbad. Dann noch mal ins Eiswasser. Wieder Fußbad. Ausruhen. Noch einen Saunagang? Vielleicht. Zwischenzeitlich die Menschen beobachten und hier und da. Dann komme ich raus und mir gehts meistens richtig gut.Zweimal die Woche. Ich ziehe das durch!
Übrigens: Da der Bericht so lang geworden ist und ich ja heute meine neue Höllenmaschine bekomme, lasse ich den Beitrag ein paar Tage vorne stehen.
23
Mai
2008
Rollerfahrer
Ihr dürft mir gratulieren und vielleicht ja auch mal mitfahren - genau so sieht das Ding aus. Ist das nicht klasse! Das Geroll düst man natürlich ohne Motor-Der Hobel ist jetzt nicht für arme Leute, aber ich sagte ja schon, dass ich mir sonst nichts gönne. Bei eBay und in Lübeck oder Bremen bekommt man dieses Geknatter billiger. Auf meinem Arbeitsweg zum SPIEGEL liegt aber ein kleiner Aprilia-Händler - mit stolzen Preisen.
Ich rein - so mache ich es oft - und erzähle von den besseren Preisen ausm Netz und den umliegenden Kleinstädten. Mich erwartet dann ein mehr oder weniger umfassender Vortrag über die Chinesen, EU-Importe und das Garantiewesen. Aber darauf bin ich vorbereitet.
Wir in Hamburg sagen gern: "So, nu ma Budder bei die Fische!" und meinen damit, dass wir jetzt zum Wesentlichen kommen sollten. Ich frage dann nach dem letzten Preis! Und siehe da, man kommt mir entgegen. Also abgemacht. Am Montag bekomme ich einen Anruf und dann rauf auf die Kiste und ab geht der Fisch.
Wenn also am frühen Montagabend in Altona jemand über die Straße lacht und an jeder Kreuzung unmotiviert zu grinsen scheint - dann bin ich das!
Mach hin und gut Holz!
http://www.aprilia.de/
Übrigens: Es stellt sich nun die Frage des Helms. Integral passt da gar nicht. Wir wollen mal sehn.
8
Mai
2008
22
Apr
2008
Unsympathie. Kakophonie.
Urlaub. Vor mir im Flieger ein Dreier-Pärchen mit frischem Nachwuchs, der beständig kräht und in der Dreierreihe hin und her gewuchtet wird. Das Knäul mag ein halbes Jahr haben. Wer geworfen hat ,ist zunächst unklar. Denn es handelt sich um einen Kerl mit zwei Hennen, wie gesagt, und das frisch Geschlüpfte. Die "Erwachsenen" dürften allesamt Anfang Dreissig haben, könnten aber auch jünger sein und älter aussehen.
Nicht nur, dass das Gequäke des Kleinen, das von Katzenjammer kaum zu unterscheiden ist, den Urlaubsbeginn um einiges verzögert. Er, der am Fenster sitzt, vor mir, und einen guten Teil der Flugstrecke das Knäul vorbildlich im Arme wiegt, stellt seine Sitzlehne volle Kanne nach hinten, was mich weiter beengt. Als sei der Platz im Flieger nicht spärlich genug. Mir verleidet das sofort die Flugbereitschaft und ich beschließe, den Kerl und seine Hühner scheiße zu finden. Durch die Bedrängung weiß ich nicht, wie den Lesestoff zu halten. Und so lehne ich es zuweilen an den Vordersitz, was seine eher unwirtliche Frisur verraschelt und man sich gestört fühlt. Dreht sich der Typ zu mir und siezt mich fragend an, ob es mir möglich wäre, den Wisch anders zu halten. Natürlich. Entschuldiung. Der Vogel siezt mich! Was ist da los?
Nun muss ich zugeben, dass ich das Siezen nicht erfunden habe und, obwohl ich es hin und wieder aus Respekt, vor allem gegenüber reiferen Herrschaften, einsetze, mich nicht in der Lage fühle, jüngere, dreiste Individuen zu siezen. Bei nächster Gegelegenheit dutze ich zurück. Ich dutze seine Lehne in die Ausgangposition, höflich, aber knapp, damit ich den Flugzeugfraß auch vor mir balancieren kann. Mein duzen verdutzt ihn.
Das Du transportiert natürlich auch, dass ich nicht gewillt bin, mich in dieser Situation mit meiner seltsamen und unsympathischen Vordergruppe in überflüssigen Floskeln zu verlieren und den Fight annehme.
Tja. Mehr Konversation war gottseidank nicht nötig. Blöderweise musste ich das eine oder andere Gespräch der Komune Null vor mir mitverfolgen. Daraus errechnete ich ein Alter der drei, das ihrem Aufzuchtsgehabe deutlich hinterher hinkt. Ich mochte aber die STIMME der Kindsmutter und versuchte mich dagegen zu wehren. Ich wollte alle drei unsympathisch finden, da passt eine wohlklingende Stimme nicht ins Bild.
Jedenfalls konnte ich jetzt innerlich nachweisen, wer die Mutter und wer die Begleitung war. Nämlich die zweite Frau, die leider eine Beckengegend besaß, die ich ebenfalls mochte. Der Rest wollte jedoch nicht dazu passen. Alles in allem also recht widersprüchlich das Ganze.
Ein Gör kann ja nicht zwei leibliche Mütter haben. Doch ich hatte ja noch einen übrig. Wozu gehört der Kerl? Zur Mutter? Hm. Vermutlich nicht. Denn vom Äußeren, wiewohl von der Sitzanordnung, schien er zu der Unfruchtbaren zu gehören. Ein befreundetes Paar begleitet eine gestresste, vielleicht sogar verlassene, junge Frau Mama in den Urlaub, um die Last der Hege mit ihr zu teilen. Welch ein Engagement, was für eine selbstlose Freundschaft. Man fand sich im selben Hotel wieder. Doch was meine Antipathie aufrecht erhielt, war die Grußlosigkeit ... und die Käsigkeit der Truppe. Ich habe sie jedenfalls weder lächeln, noch vergnügt, noch sonst irgendwie offenherzig und interessiert erlebt. Eine kleine abgekapselte Gruppe, die um einen Balg kreist, der ihnen offenbar Selbstverständnis und Einzigartigkeit verleiht.
Und DAS finde ich grundsätzlich unsympathisch, extrem unsymphatisch: Humorlose, siezende Individuen, die ein klitzekleines Herz haben und ein Plappermaul, das kaum eine Gegend anlächelt. Schwach.
Übrigens: Sympthatie und deren Gegenteil hat offenbar eine starke körperliche Komponente. Wirkt sich die eine oder andere Begegnung doch auf das Wohlbefinden aus und damit auf den Parasympathikus. Ja, die alten Mediziner wussten noch, wo es lang geht!
10
Apr
2008
31
Mrz
2008
25
Mrz
2008
Problemnaut
Wozu gibt es eigentlich Probleme? Was heißt überhaupt Pro-blem? Pro kommt offenbar von FÜR. Aber woher kommt BLEM? Und wem soll das nützen? BLEM könnte von EMBLEM stammen, was so viel heißt wie "eingelegtes, eingesetztes Stück". Also wäre ein Problem, ein FÜR mich EINGESETZT STÜCK. Aber was überhaupt für ein Stück? Ist das eigentlich schon ein Problem jetzt?
Nein, ist es nicht, denn Problem bedeutet: "das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde"!
Wenn man aber ein Problem löst, ist es keins mehr. Ein Problem ist also deshalb ein Problem, weil es ein Problem ist. Was machten wir nur ohne Probleme? Kann man ohne Probleme leben? Wohin soll das führen?
Konflikte. Die Probleme. Das Problem. Der Problematisch. Die Problembetrachtung. Das Problemgespräch. Der Problemgehalt. Die Problemkerze. Das Problemerzeugungsdings. Der Problemnaut.
Übrigens: Die Rechnenzentren, die uns Internet-Nutzer das Surfen Gewährleisten, killen mehr Klima als alle Flugzeuge. Außer die nach Malle.














