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Zuletzt aktualisiert: 13. Mai, 15:47
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Was geschieht, wenn einem jemand unsympathisch ist? Woher kommt die Abneigung und wie setzt sie sich zusammen? Eine gewisse Art von Leuten lassen meine Zahnhaare kräuseln und die Fußnägel allein nach Hause gehen fliegen.
Urlaub. Vor mir im Flieger ein Dreier-Pärchen mit frischem Nachwuchs, der beständig kräht und in der Dreierreihe hin und her gewuchtet wird. Das Knäul mag ein halbes Jahr haben. Wer geworfen hat ,ist zunächst unklar. Denn es handelt sich um einen Kerl mit zwei Hennen, wie gesagt, und das frisch Geschlüpfte. Die "Erwachsenen" dürften allesamt Anfang Dreissig haben, könnten aber auch jünger sein und älter aussehen.
Nicht nur, dass das Gequäke des Kleinen, das von Katzenjammer kaum zu unterscheiden ist, den Urlaubsbeginn um einiges verzögert. Er, der am Fenster sitzt, vor mir, und einen guten Teil der Flugstrecke das Knäul vorbildlich im Arme wiegt, stellt seine Sitzlehne volle Kanne nach hinten, was mich weiter beengt. Als sei der Platz im Flieger nicht spärlich genug.
Mir verleidet das sofort die Flugbereitschaft und ich beschließe, den Kerl und seine Hühner scheiße zu finden. Durch die Bedrängung weiß ich nicht, wie den Lesestoff zu halten. Und so lehne ich es zuweilen an den Vordersitz, was seine eher unwirtliche Frisur verraschelt und man sich gestört fühlt. Dreht sich der Typ zu mir und siezt mich fragend an, ob es mir möglich wäre, den Wisch anders zu halten. Natürlich. Entschuldiung. Der Vogel siezt mich! Was ist da los?
Nun muss ich zugeben, dass ich das Siezen nicht erfunden habe und, obwohl ich es hin und wieder aus Respekt, vor allem gegenüber reiferen Herrschaften, einsetze, mich nicht in der Lage fühle, jüngere, dreiste Individuen zu siezen. Bei nächster Gegelegenheit dutze ich zurück. Ich dutze seine Lehne in die Ausgangposition, höflich, aber knapp, damit ich den Flugzeugfraß auch vor mir balancieren kann. Mein duzen verdutzt ihn.
Das Du transportiert natürlich auch, dass ich nicht gewillt bin, mich in dieser Situation mit meiner seltsamen und unsympathischen Vordergruppe in überflüssigen Floskeln zu verlieren und den Fight annehme.
Tja. Mehr Konversation war gottseidank nicht nötig. Blöderweise musste ich das eine oder andere Gespräch der Komune Null vor mir mitverfolgen. Daraus errechnete ich ein Alter der drei, das ihrem Aufzuchtsgehabe deutlich hinterher hinkt. Ich mochte aber die STIMME der Kindsmutter und versuchte mich dagegen zu wehren. Ich wollte alle drei unsympathisch finden, da passt eine wohlklingende Stimme nicht ins Bild.
Jedenfalls konnte ich jetzt innerlich nachweisen, wer die Mutter und wer die Begleitung war. Nämlich die zweite Frau, die leider eine Beckengegend besaß, die ich ebenfalls mochte. Der Rest wollte jedoch nicht dazu passen. Alles in allem also recht widersprüchlich das Ganze.
Ein Gör kann ja nicht zwei leibliche Mütter haben. Doch ich hatte ja noch einen übrig. Wozu gehört der Kerl? Zur Mutter? Hm. Vermutlich nicht. Denn vom Äußeren, wiewohl von der Sitzanordnung, schien er zu der Unfruchtbaren zu gehören. Ein befreundetes Paar begleitet eine gestresste, vielleicht sogar verlassene, junge Frau Mama in den Urlaub, um die Last der Hege mit ihr zu teilen. Welch ein Engagement, was für eine selbstlose Freundschaft.
Man fand sich im selben Hotel wieder. Doch was meine Antipathie aufrecht erhielt, war die Grußlosigkeit ... und die Käsigkeit der Truppe. Ich habe sie jedenfalls weder lächeln, noch vergnügt, noch sonst irgendwie offenherzig und interessiert erlebt. Eine kleine abgekapselte Gruppe, die um einen Balg kreist, der ihnen offenbar Selbstverständnis und Einzigartigkeit verleiht.
Und DAS finde ich grundsätzlich unsympathisch, extrem unsymphatisch: Humorlose, siezende Individuen, die ein klitzekleines Herz haben und ein Plappermaul, das kaum eine Gegend anlächelt. Schwach.
Übrigens: Sympthatie und deren Gegenteil hat offenbar eine starke körperliche Komponente. Wirkt sich die eine oder andere Begegnung doch auf das Wohlbefinden aus und damit auf den Parasympathikus. Ja, die alten Mediziner wussten noch, wo es lang geht!
Konflikte. Die Probleme. Das Problem. Der Problematisch. Die Problembetrachtung. Das Problemgespräch. Der Problemgehalt. Die Problemkerze. Das Problemerzeugungsdings. Der Problemnaut.
Wozu gibt es eigentlich Probleme? Was heißt überhaupt Pro-blem? Pro kommt offenbar von FÜR. Aber woher kommt BLEM? Und wem soll das nützen? BLEM könnte von EMBLEM stammen, was so viel heißt wie "eingelegtes, eingesetztes Stück". Also wäre ein Problem, ein FÜR mich EINGESETZT STÜCK. Aber was überhaupt für ein Stück? Ist das eigentlich schon ein Problem jetzt?
Nein, ist es nicht, denn Problem bedeutet: "das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde"!
Wenn man aber ein Problem löst, ist es keins mehr. Ein Problem ist also deshalb ein Problem, weil es ein Problem ist. Was machten wir nur ohne Probleme? Kann man ohne Probleme leben? Wohin soll das führen?
Konflikte. Die Probleme. Das Problem. Der Problematisch. Die Problembetrachtung. Das Problemgespräch. Der Problemgehalt. Die Problemkerze. Das Problemerzeugungsdings. Der Problemnaut.
Übrigens: Die Rechnenzentren, die uns Internet-Nutzer das Surfen Gewährleisten, killen mehr Klima als alle Flugzeuge. Außer die nach Malle.
Via SPIEGEL ONLINE zum Thema: "SCHLUSS MIT DEM BÄRCHEN-TERROR! In Deutschland werden Kinder entweder als Problem betrachtet oder in einer Heiapopeia-Welt verklärt. Eine Hamburger Designerin entwickelt ein Gegenmodell - und fordert: weg mit den rosa-blauen Klischees!"
Dschungelcamp-Fernseh-Trash muss man nicht mögen! Der wahre Wahnsinn, der richtige Trash findet natürlich im realen Leben statt ... und nicht im Fernsehen. Ein Bespiel aus dem wahren Dschungel-Leben zeigt taxi-blog:
Frisch entdeckt bei meinem einestages: Das Gespenst der wilden Cliquen. Ein Beitrag zum Thema Jugendgewalt, wie ihr zu begegnen ist und warum das alles nichts Neues ist.
"Der Ruf nach Strenge im Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen durchzieht das 20. Jahrhundert wie ein roter Faden." Und nicht nur dieses Jahrhundert. Am Anfang war Erziehung!
Nicht, das wir auf die Idee kämen unsere Probleme seien exklusiv und ganz besonders einmalig, so wie wir selbst, die alles schon wissen. Es lohnt sich hin und wieder auf EINESTAGES vorbeizuschauen. Gell! Schön.
Und zwar meine. Ganz persönlich. Denn das Gute am regelmäßigen und zuweilen persönlichen Bloggen ist, dass man nachvollziehen kann, wo man war, was man gemacht hat und wie es einem so ungefähr ging. Dann wolln wir mal ...
Nun, um das mal gleich vorweg zu nehmen, kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass das absolute "Highlight" mein Job für SPIEGEL ONLINE war - und ist. Genauer gesagt: meine freie Mitarbeit (heißt: Freelancing) als CSS-Designer an dem ganz neuen Zeitgeschichtenportal einestages seit Anfang Mai 2007.
einestages ist immer noch BETA, und das heißt, dass wir noch nicht fertig sind und die Arbeit auch in 2008 beim SPIEGEL für mich weitergeht. Wie dieser Job zustande kam, will ich an dieser Stelle nicht kundtun, doch ZUFALL wäre das richtige Wort.
Zunächst dachte ich, dass ich weniger bloggen kann wegen diesem sehr zeit- und arbeitsinensiven Job. Aber ich konnte mich ganz gut organisieren. Natürlich sind deshalb andere Dinge in den Hintergrund getreten. Was man nicht alles tut für die Altersvorsorge ...!
Tja, dann entdeckte ich über GOOGLE, dass mein Februar-Artikel über den inhaftierten ägyptische Blogger Abd al-Karim Nabil Suleiman Unseliges Ägypten von der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau zitiert wurde. Das ist natürlich sehr schmeichelhaft.
Im März plätscherte das Leben so dahin. Zwar nicht ohne geldwerte Überraschungen aber doch relativ ereignislos. Denn alles steuerte auf den April zu - auf die re:publica 2007 in der Berliner Kalkscheune. Ich fand diese Blogger-Konferenz wirklich klasse, wie jeder bemerken konnte. Und ich freue mich auf die nächste, auf Die kritische Masse 2008.
Im Juli wollen wir aber nicht die Hamburger Harley Days und die rockenden Öfen, wie die 83er Eagle Shit, vergessen. Ich dermaßen viel Spaß auf diesem Fest, dass ich mich nicht nur insbesondere darauf im nächsten Sommer freue, sondern nur allen empfehlen kann, sich das - mit mir - mal reinzuziehen!
Wenn ich das alles so überschlage, hielt dieses Jahr doch recht viele Highlight für mich bereit. Doch es ging dann im Sommermonat August etwas ruhiger weiter - kurz vor Veröffentlichung von einestages ...
Der November verlief, abgesehen von den Irrenanstalten, relativ ereignislos, wie das so ist, wenn man Outdoor nicht richtig aktiv sein kann. Aber bei dem Sommer, so mäßig das Wetter auch war, kann ich nur froh sein, diesen gräuslichsten aller Monate schnell hinter mich gebracht zu haben.
Ich denke, ich habe nichts Wichtiges vergessen. Und wenn, macht das auch nichts, denn das Leben und das Blogging gehen ja immer, immer weiter...
Einen Podcast habe ich noch. Meine Expetition zu den wilden Kanarienvögeln in den Bergen La Palmas:
Apropos: Da entdecke ich doch vor zwei Tage eine Website vom guten Willi, der eine Reihe von alten Songs der ersten beiden Bands, in denen ich Bass spielte und sang, komponierte und textete, online hat. Boah, ist das lange her. Beispielsweise Fahrstuhl-Frau oder noch länger Ich steh auf 3D (Live in der Hamburger Markthalle). Danach hatte ich dann eine Band mit Jürgen Isenbart, Erk Braren und Gustav Peter Wöhler. Tja, aber das sind wieder andere Geschichten. Der liebe Gustav hat uns abgehängt ...
Übrigens: Natürlich gab es auch "Niederlagen". Das Jahr war schließlich kein Ponyhof. Aber es ist wie mit dem Kritiseren einer realen Person - das Positive sollte überwiegen. Das nicht so, ehm, Konstruktive ein Drittel nicht übersteigen. Selbstredend steht eh nicht ALLES in meinem Blog. Wäre ja noch mal schöner. Mein Armbruch (der kein Beinbruch war), war kein Zuckerschlecken. Leider konnte ich bisher mein neues Projekt 2008 nicht umsetzen. Widrig ist es. Auch die Fernreise hat sich zerschlagen, solch Urlaub musste verschoben werden.