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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 18:24
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Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet, aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehen und sagen: »Diesen sollt ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir.«
- Franz Kafka -
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage:
Ob's edler im Gemüt, die Pfeil' und Schleudern
des wütenden Geschicks erdulden oder,
sich waffnend gegen eine See von Plagen,
im Widerstand zu enden. (Hamlet)
- William Shakespeare -
Der Skandal ist nicht der Suizid, sondern die Tabuisierung, Banalisierung, Schubladisierung und Volksweisheitisierung von Depression in der Leistungsgesellschaft mit ihren vielfachen Abstufungen, Schattierungen, Wandlungen, Ursachen und ... Geschichten.
- 404 -
Die Rettung für alle zur Schweinegrippe-Impfung unentschlossenen: Impfmais. Das Gemüse vermittelt durch seinen Genuß beispielsweise im Salat einen wirksamen Schutz gegen das sogenannte Grippevirus H1N1. Experimentierefreude Naturalisten im fernen Australien entwickelten aus einem uralten, geheimen Rezept der Aborigines ein blaues Zeugs, das selbst Ameisenbären von Ameisen befreit. Diese in gesunden Mais gespritzt, bewirkt einen Umbau der Maiskörner, dass es die reinste Freude ist. Damit wäre also das Ding vom Tisch, der Drops gelutscht, der Fisch gegessen, die Entscheidung hinfällig, wenn das Gesundheitsministerium - laut BILD - in den nächsten Tagen an die deutsche Bevölkerung eine kleine Dose Speisemais im Sud verschickt!
Gemäß der Präambel der Charta der Vereinten Nationen, "den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern" beschloss der UN-Schreikommissar und die große Vorsitzende gemeinsam, das letzte Mittel, die letzt Waffe im Nervenkrieg einzusetzen: Den Schnuller.
Er kommt zwar nur abends zum Downshifting zum Einsatz oder Tagsüber in besonderen Notfällen - doch immerhin, der Plan war ein anderer. Mit dem Schreien. Jetzt haben wir es weitesgehend im Griff. Gottseidank!
Der Gemeinschaft einen gesunden Einzahler zuzuführen ist - das weiß schon jedes Kind - kein leichtes Unterfangen. Ungefragte Ratschläge, burleskes Schad- und Halbwissen, Gutgemeintes aus Illustrie und Boulevard vertont selbst souveräne Eltern. Zum Beispiel die Sache mit dem Schreien.
Der Theorien sind es viele. Doch selbst Fachkräfte sind durch ihre vielen Routinen nicht immer auf der Höhe des Geschehens. Dabei könnte alles - wie im richtigen Leben - mit gesundem Menschenverstand, Herz und humorvoller Vernunft so einfach sein ...
Auffällig ist, dass viele Zeitgenossen noch nicht wirklich mitgekriegt haben, dass jeder Mensch und jeder Organismus, so klein er auch sein mag, einzigartig ist. Klar, denn das macht die Sache komplizierter und viele einfache Antworten greifen auf die Schnelle nicht (Schmerzen, Drama, Koliken, alles, immer, so und so ...)!
Wenn man wirklich begriffen hat, dass jede Geburt, jedes Kind und jede Mutter anders ist und die Dinge kommen, wie sie kommen, sieht auch die Sache mit dem "Schreikind" anders aus, als angenommen.
Ich darf an dieser Stelle nochmals auf das wunderbare Buch Babyjahre von Remo H. Largo verweisen. Dort gibt es das Kapitel "Schreiverhalten".
Zusammengefasst weiß man heute, dass das Schreiverhalten der Babys bestimmen Zyklen unterliegt. Beispielsweise ist die "Schreidauer" in der 6. Lebenswoche am längsten; gegen frühen Abend schreien Babys am häufigsten (siehe Seite 208, 209).
Das Problem dabei ist das Schreien ohne ersichtlichen Grund: Das "unspezifische Schreien"! Vieles deutet darauf hin, dass das Herumtragen der Kleinen, wie wir es von Völkern kennen, die sich noch nicht so weit von sich selbst entfernt haben wie wir, diesem Schreien entgegen wirkt. Man hat herausgefunden, dass Kinder, die täglich ca. drei Stunden lang getragen werden, schneller einschlafen, weniger Schreien und zudem aufmerksamer und interessierter wirken.
"In Gesellschaften, in denen die Kinder weniger schreien, werden sie nicht nur mehr herumgetragen als bei uns, sie werden auch häufiger gestillt." (Seite 211)
Gestern sah ich wieder ein Paar, dass ihr Neugeborenes auf die Schnelle beruhigte - mit einem Schnuller. Dieses einfache und billige, und ich meine auch verblödende, Verfahren ist natürlich typisch. Mich macht das sauer. Denn wie im richtigen Leben auch, brauchen die fruchtbaren Lösungen stets Kreativität, Zeit und Geduld ... (!) Unsere Tochter wird keinen Schnuller bekommen.
So eben hat die Frau Mama noch ein spannendes Youtube-Video zum Thema entdeckt. Dort geht es um das Beruhigen der Babys mit dem Laut "Sch" oder "Ssss", also mit RAUSCHEN. Davon hatten wir auch in der Klinik gehört, dass man den Schreihälsen dort eine CD mit Wellenrauschen vorspielt und sie sich daraufhin beruhigen. Das hängt offenbar damit zusammen, dass dieser Laut etwas ist, dass die Ungeborenen im Mutterleib hören. Auch das Rauschen einen Wasserhahns beruhigt die Kleinen.
Außerdem kommt im Video das Pucken zum Einsatz, das feste Einwickeln des Kindes, wie wir es aus Russland kennen und das in Englisch "swaddle" heißt. Bei den Herumtragevölkern sind die Kinder ja auch der Mutter fest auf den Leib gebunden!
Oder auch dieses amerikanische Video ist richtig toll!
Heute, dem 26. Mai 2009 um 11:27 Uhr erkrähte meine Tochter Leni das Licht der Welt. Sie wog 3600 Gramm und maß 50 Zentimeter. Propper, gesund und hellwach blicke sie uns an. Sie wird mal Künstlerin - Puppenspielerin, Krikelkrakel-Malerin, Pipi-Langstrumpf-Sängerin, Nicht-Müde-sein-Schauspielerin oder Knetmasse-Skulpturisten ...
Ääh, auch die Mutter hat alles sehr gut überstanden.
Leni kam durch Kaiserschnitt. Als ich heute Vormittag vom Kaffeetrinken zurück kam, klärte der Anästhesist meine Liebste über die folgende PDA auf. Dann ging alles sehr schnell, für uns werdende Eltern ein echtes Drama ... aber alles ging gut.
Dem Operateur und sehr aufmerksamen und freundlichen Prof. Dr. Volker Ragosch haben wir es zu verdanken, dass wir einmalige Filmaufnahmen von der Kaiserschnitt-Geburt machen konnte. Diese zeige ich hier natürlich nicht.
Wir freuen uns sehr!
Vielen lieben DANK für die ganzen Glückwünsche, liebe Kommentaroren. Das ist wundervoll. Ich antworte, wenn dazu Zeit ist.
Babyjahre: Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht von dem Schweizer Professor für Kindeheilkunde Remo H. Largo ist das beste Sachbuch, das ich seit Langem gelesen habe! Da es einen "Elternführerschein" in absehbarer Zeit nicht geben wird, ist dieses 500 Seiten starke Büchlein ohne Alternative.
Ich dem Taschenbuch findet sich Sätze wie diese hier:"Normvorstellungen sind Fehlerwartungen", "Die Natur rechnet nicht mir perfekten Eltern" oder Fragen wie "Wie können sich Eltern von Normvorstellungen, überlieferten Grundhaltungen und festgefügten Ratgeberkonzepten lösen? Wie gelingt es ihnen, sich am aktuellen Entwicklungsstand und den individuellen Bedürfnissen ihres Kindes zu orientieren?" und beantwortet sie auch ... umfassend, nachvollziehbar und sehr leicht verständlich.
Ein tatsächlich umfassendes, tiefgründiges, ja, ein vernünftiges Buch über Kindererziehung und das Heranreifen des Menschen? Und das ohne Fremdworte (!), im Gegenteil sogar brillant geschrieben? Jahrhundertelang ein Widerspruch in sich. Doch Remo H. Largo ist ein Buch gelungen, dass nicht nur für Eltern von Babys, sonder für jeden Menschen von entscheidender Bedeutung sein kann. So lange man sich selbst und seine Vergangenheit verstehen möchte. Denn durch die klar strukturierten Kapitel wird klar, was "sie" aus uns gemacht haben ...
Es klingt altbacken und beinahe beleidigend banal, wenn es heißt: "Das richtige Maß zu finden, dem Kind einerseits Geborgenheit zu geben und es andererseits selbständig werden zu lassen, gehört zur großen Kunst des Elternseins. Das Kind hilft uns dabei, wenn wir bereit sind, auf sein Verhalten zu achten".
Die Realität aber rechtfertigt diesen Satz. Denn mit welchen Annahmen man konfrontiert wird, auf welche seltsamen Fragen man sich umgeben sieht, was Kinderkriegen und Kinderhaben angeht, lässt einen teilweise leer und erschüttert zurück.
Die Forschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und das ist gut so. Die falschen "wissenschaftlichen" Ratschläge der letzten Jahrzehnte wieder aus den Köpfen zu bekommen, ist eine Sisyphusarbeit. Aber keine unlösbare, wie das wärmstens allen ans Herz gelegte Buch BABYJAHR tatsächlich beweist.
Das Buch selbst ist von 1993, jedoch gerade in seiner 18. aktualisierten Ausgabe erschienen und hat nichts von seiner Brisanz und Aktualität verloren. Man fragt sich eher, wie es allgemein geschafft wurde, diese Schrift zu ignorieren.
Ein Investition von 10 Euro ist nicht zu viel verlangt ... von keinem, der Augen hat zu lesen ...
"Das richtige Maß an Nähe und Zuwendung vermag keine Theorie anzugeben. Das Kind teilt uns mit seinem Verhalten und Befinden mit, wie viel Nähe und Zuwendung es braucht."
So, wie der Volksglaube, Kaffee entziehe dem Körper Wasser, längst widerlegt ist, spricht nun einiges für die Annahme, nicht Fett, sondern das mit ihm in Unmengen verzehrte Kohlehydrat - und der entsprechende Insulinspiegel - mache dick & picklig. Und so sieht es mal wieder danach aus, dass sich in unseren Köpfen einmal als richtig bewertetet Mythen ziemlich hartnäckig halten und beinahe ein Eigenleben führen.
Auch die im Volke und vor allem unter Coaches, die liebend gern mit dem überholten Bild arbeiten und - sagen wir - "Heiltätigen" festsitzende Mär von den Funktionen der beiden Gehirnhälften (Hemisphären), bedarf einer Korrektur. So ist beispielsweise die linke Gehirnhälfte statt für korrekte Rationalität, eher dafür zuständig, Lücken zu füllen - sie braucht eine Erklärung und schafft sie sich zur Not selbst.
"Die rechte Seite hingegen ist viel wahrheitsgetreuer und verlässlicher, wenn sie berichtet, was gerade passiert ... Die rechte Hälfte ist überhaupt nicht "künstlerisch" oder "emotional" veranlagt, sondern viel bodenständiger. Sie beschränkt sich lieber auf die Fakten."
Ist es denn nun eine schlechte Nachricht, wenn liebgewordene Denkschablonen nicht mehr passen und weder Wissenschaft, noch Menschheit wichtige Erkenntnissprozesse abgeschlossen haben?
Aber gewisse Irrtümer, einstmals als wissentschaftliche Erkenntnisse hingenommen, halten sich selbst bei Fachleuten hartnäckig. Ein großartiges Beispiel sind die ErnährungsberaterInnen. Es sieht danach aus, dass eher unbequeme Wahrheiten von sehr vielen Interessengruppen mehr oder weniger erfolgreich, ehm, beiseite gelassen werden. Auch dies nichts Neues. Muss man aber immer mal wieder drüber reden.
Siehe dazu die sehenswerte Reportage auf ARTE: Unser liebster Feind: Das Fett. Es ist wohl so, dass fettreiche Diäten, mit einer strikten Reduktion von Kohlehydraten aus Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln, schnell erfolgreich sind und Gewicht reduzieren.
Übrigens: Interessant wie leichtfertig wir mit Wissen umgehen und wie schwierig es zu sein scheint, seine hartnäckig verteitigten, aber untauglichen Glaubenssätze effektiv zu verändern ...
Ungemein wichtig für uns sind die Kabarettisten. Ihre Aufgabe ist es, genauer hinzuschauen, die Absurdität mancher Ereignisse, Haltungen und Machenschaften bloßzustellen. Einer von ihnen ist Georg Schramm, der an Deutlichkeit kaum zu überbieten ist.
Ein Plakat mit der Aufschrift "Lasst uns ins Ruhe trauern" ist in einem Fenster der Albertville-Realschule in Winnenden in einem Beitrag dort zu sehen. Es ist gerichtet an uns alle, vor allem aber an den Medien-Terror und die Schamlosigkeit mancher Twitterer, die für ein wenig Aufmerksamkeit nicht nur ihre Großmutter verkaufen würden.
Nach dem man beides gesehen hat, ist man im Grunde bestens informiert.
Übrigens: Georg Schramm bezieht sich in dem Video nicht auf einen Amoklauf. Es geht dort um die alltägliche Gewalt an "Problemschulen". Es stammt aus dem Jahre 2006.