Das TV-Highlight des Jahres lief gestern auf Pro 7: Das "We are Family! Promi Spezial" René Weller - Chef im Ring und auch zu Hause. Ich habe schon lange nicht mehr mit so vielen Lach-Tränen in den Augen vor der Flimmerkiste gehockt. Entweder dieser Effekt ist von den Produzenten bewußt inszeniert - dann ist das genial. Oder das ist das wahre Leben - dann ist René Weller ein großer Humorist!
Ich schaue in letzter Zeit kaum noch Fernsehen, aber gestern brauchte ich das mal und zappte lustlos durch die Landschaft. Ich gebe gerne zu, dass ich zuweilen auf echten Trash stehe. Aber er muss gut sein. So bin ich auf weiter Flur einer der heißesten Fans von
Ich bin ein Star - Holt mich hier raus - die beste Unterhaltungssendung, die das deutsche Fernsehen, neben
Wer wird Millionär, in den letzten Jahren zu bieten hatte (und ich könnte das auch argumentativ lang- und breittreten).

Und nun stieß ich zunächst auf
Guelcans Traumhochzeit. Was ist das denn, dachte ich? Da wollen zwei heiraten und flaumen sich herrlich an. Sie will dies und das immer haben - bereitet eine Sangría versehentlich mit einem 450-Euro-Rotwein zu - und er mault ständig und mimt, als Gegengesicht zur ewig gutgelaunten Sangría Guelcans, den Schlechte-Laune-Man! Ich fand diesen Scheiß toll. Ich wusste nicht, das
Guelcan bekannt ist, finde sie aber ganz reizend und sehr attraktiv.
Im Anschluss dann der HAMMER: Bei René Weller zu Hause. Weller, ehemalige Boxnase mit dem Kampfnamen DER SCHÖNE, war "Weltmeister" im Superfedergewicht.
Ich dachte erst, ich kuck nicht richtig: René ist alt geworden, völlig abgehalftert. Kein Wunder also, dass er ein Trash-Kamera-Team zu sich und seiner Lebensabschnittsbegleitung ins Haus läßt. Und wir wohnten nun eine gute Stunde diesem Pärchen wie es leibt und lebt bei. Ich wollte mich wegschmeißen.
Leider lassen sich diese Szenen nicht gut in Worte kleiden, weil man die Nasen dazu sehen muss. Diese herrlichen Dialoge. Grandios. René läuft morgens schief gefönt, in knallengen, GEBÜGELTEN Jeans mit silberner Harley-Schnalle und bekannt kettchenbehängt, wie Falschgeld durch die Bude. Und nervt sein Schätzchen, das für ein Live-Style-Magazin arbeitet.
Schätzchen soll die Jeans bügeln, der Champion will es sofort. Sie aber hat keine Zeit, muss Geld verdienen und vertröstet ihn sehr diplomatisch, aber entschieden auf später. Später ist dem Sportler jedoch zu umständlich. Er weiß sich zu helfen und ruft - wie immer eigentlich - auf Handy seine Mutter an. Diese wohnt eh nur 10 Minuten Fußweg um die Ecke und schon ist der schöne René zu ihr unterwegs.

Mutter sieht aus wie René, nur nicht so eingeschlagen. Während Muttchen ihm die Hose bügelt, hält sie ihm einen Vortrag, dass er das doch selber machen könne. Kommt natürlich gar nicht in Frage. Danach gibt es Schnecken (Backware) mit viel Streusel. Schätzchen ruft an und wird sauer, dass er schon wieder bei der Mutter aufgeschlagen ist, nur wegen dieser beknackten Jeans. Wie stehe sie denn jetzt vor der Schwiegermutter da?!
Und so geht es die ganze Zeit. René hat Hunger, sie gerade keine Zeit, etwas zu kochen. René ab ins Hotel Mama, bis sein Schätzchen ihn da rausklingelt. Mutter hat dem René in ihrem Schlafzimmer über dem Bett eine Höhensonne eingebaut. Da liegt er dann halbnackt im String auf Mutters Bett und faselt in die Kamera, dass Muttern auch schon die Badewanne eingelassen hätte und er danach frisch erholt sei und kampfbereit ... für zu Hause. Wir haben aber immer noch Vormittag und René noch nicht einen Handschlag gerührt.
In diesem Moment wollte ich vor lachen zusammenbrechen. Ich konnte nicht mehr! Ein Bild für Götter. Es gab noch viel, viel mehr Szenen einer Ehe in diesem Horror-Streifen.
Etwa wie sie mit der Harley und total bescheuerten Landser-Helmen zu Muttern fahren, um mit ihr durch den Wald zu joggen. Dabei fällt Maria natürlich hinter Mama und Sohn zurück und ruft die ganze Zeit, man solle doch mal auf sie warten. Aber doch nicht der Champion. Der hält sein Tempo und ruft flotte Ratschläge zurück und dass man auf dem Parkplatz auf sie warten wolle. Maria schmipft nun mehr, als dass sie durch den Wald läuft. Herrlich!
Maria und René sind beide 53 Jahre alt und haben sich eigentlich recht gut gehalten. Na ja, Maria scheint von oben bis unten
operiert - die Oberlippe ist irgendwie verunglückt. Doch sie ist sympathisch. Und Macho René kurz vor Alzheim. Aber dafür ein Boxer mit Herz - und dem Mut, sich der Lächerlichkeit preiszugeben!