Gebannt starren wir über den Teich. Dort findet ein Theater statt das seines Gleichen sucht. Ein riesiger Kindergeburtstag mit allem was dazu gehört. Obama wird es wohl schaffen und uns als schnieker Held auf weißem Ross aus der Hecke schneiden. Oder interessiert uns das so sehr, weil wir Frank-Walter und Angela, ehm, Hensel & Gretel nicht mehr ertragen?

Jedenfalls wundere ich mich schon seit Monaten über das Bohei, das hier in Deutschland wegen der
US-Wahl veranstaltet wird. Dabei können wir dem charismatischen Haiwaiianer mit schwarz-afrikanischen Wurzeln unsere Stimme ja nicht mal leihen. Für uns schickt sich der Senator an die Welt zu retten und alles besser zu machen. In ihm spiegeln sich die Projektionen der Massen, so dass einem schon mal recht seltsam zumute wird.
Schnell und allzu leichtfertig wird in Europa vergessen, dass Obama ein Amerikaner ist. Und als Präsident noch viel mehr. Sein Auftrag wäre sein Land zu retten und nicht die
Europäer zu verhätscheln. Aber da kann man nur sagen: Träumt ruhig weiter!
Georg W. Bush hat in seiner 8-jährigen Amtszeit so ziemlich alles zugrunde gerichtet, was sich in der relativ kurzen Zeit zugrunde richten lässt. Seine Bilanz ist nach der aktuellen internationalen Finanzkrise ein einziges Desaster.
Dass die Tragödie des 11. September in Bush' Amstzeit fiel ist seine Schuld nicht. Wer möchte da in seiner Haut gesteckt haben? Ob andere Präsidenten auch den Irak überfallen hätten ist allerdings unwahrscheinlich. Es sei hier daran erinnert, dass unsere Kanzlerin seinerzeit deutsche Truppen in den Irak geschickt hätte - aber gottseidank kam sie erst später ans Ruder.
Eine spannende Rolle im US-Wahlkampf spielt der ehemalige US-Aussenminister und Führer der Koalitionstruppen 1991 im ersten Irak-Krieg
Colin Powell. Er hat vor Jahren schon seinen
Auftritt vor der UN, als er als Bush' Außenminister der Welt die Lüge von der Bedrohung durch den Irak auftischte, bitter bereut. Beschämt und verletzt durch diesen Wahnsinn bezieht er nun Stellung für Barack Obama. Und könnte erneut einen Ministerposten erhalten.

Denn nun kommt der schöne Prinz Obama und solls richten. Friede wird einkehren, Gerechtigkeit, Dialog und Freundschaft und Wohlstand. Wünschenswert. Wir werden es natürlich wie immer aus sicherer Entfernung beobachten.
Die ganze Welt ist abhängig von einer - wirtschaftlich - gesunden USA. Das wurde in diesen Wochen erneut deutlich. Was die Kampfeinsätze im Irak und in Afghanistan betrifft wird Obama das Licht für seine Truppen nicht einfach ausknipsen können. Versteht sich von selbst.
Weder hat Bush das Ende der Welt eingeläutet, noch wird Obama sie in einen Ponyhof verwandeln. Wir Europäer haben genauso viel Vorurteile und Projektionen in Bezug auf die Amerikaner, wie diese umgekehrt auf uns. Man wird manchmal den Eindruck nicht los, dass wir die Amis besser zu kennen glauben, als die sich selbst.
Auf jeden Fall punkten sie schwer bei uns mit ihrem schönen Obama.
Dem demnächst mächtigsten und damit sexiest man in the world!
http://www.barackobama.com/
Übrigens: http://www.palinaspresident.us/