Hildebrandt zur SPD
Der Staat muss uns die Schuld zumessen, weil wir über die Verhältnisse gelebt haben. Die Schwachen sind zu teuer geworden – das war Schröder.
Apropos Steinmeier: Wünschen Sie sich Schröder zurück?
Nur, wenn er (Steinmeier) eine Rede hält!
Brauchen wir einen Barack Obama, Herr Hildebrandt? Brauchen wir jemanden, der uns so richtig vom Sockel haut und wer könnte das sein?
Inzwischen glaube ich, brauchen ungefähr 150 Staaten in dieser Welt einen Obama. Aber der ist ja nicht vervielfältigungsbereit.
... aber man versucht ihn ja zu suchen irgendwie...
Das wäre ja auch gut. Ich meine, er ist ein Mann, der wirklich sagt, was er will und das auch durchdrückt.
Aber um noch mal auf Helge Schneider zurückzugehen:
Das Vertrauen in die SPD ist gesunken, weil sie von vornherein gesagt hat, sie ist die Partei der Schwachen, die die Schwachen verteidigt. Und das tut sie nicht mehr. Sie will es auch nicht mehr tun. Die Partei ist nicht mehr die Partei der Arbeiter und der Mühseligen und Belasteten, sondern sie ist die Partei der Lehrer und der Akademiker; und die Akademiker haben keine Lust mehr wählen zu gehen, d. h. sie beteiligen sich nicht, denn es ist eine gewisse Arroganz eingetreten bei der Klientel der Sozialdemokraten.
Und die Partei, die damals gelebt hat von den Menschen, von den 4000, von den 5000, 6000, 20000 Menschen, die in den großen Betrieben waren – die großen Betriebe gibts nicht mehr und die Arbeiter gibts nicht mehr, das machen Geräte. Das heißt: Es ist ein Lug und Trug, wenn man uns immer wieder einreden will, wir werden irgendwann mal zu einer Vollbeschäftigung kommen. Und die Leute, die vorher die Sozialdemokraten gewählt haben, glauben das nicht mehr. Und deswegen wählen sie entweder nicht oder ... die anderen.
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