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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 18:24
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Übrigens: Jetzt wollen sie gerade wieder die 80er hypen. Die 80er-Jahre aber, in denen ich meine Twen-Zeit verbrachte, waren furchtbar nervig, häßlich und doof. Die 70er waren viel cooler und die 90er auch!
Pietätlos ist das, was die Medien aus diesem Ableben machen, die Medien und die Fans. Eine einzige Geldverdienerei. Die Medien verdienen, die Fans zahlen! Ganz einfach. Mit einem Menschen Michael Jackson - der wahrscheinlich nie gelebt hat, wie der SPIEGEL titelte - hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Es hat allein mit der Kunstfigur zu tun. Und eine Kunstfigur hat keinen Anspruch auf Pietät, sondern muss sich Kritik und Verballhornung gefallen lassen. Denn nur so kann man Größe und Banalität eines Kunstwerks wirklich einschätzen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ein Künstler in seinem Video lässt sich nicht auf eine "Kunstfigur" reduzieren, selbst wenn er eine bestimmte Figur spielt. "Kunstfigur" ist nur eine Abstraktion der Kunstkritik. "James Bond" kann man als Kunstfigur bezeichnen. Aber wenn man diese verballhornt, zielt man genauso konkret auf den Schauspieler. Auf wen, warum und wann man zielt, ist eben auch eine moralische Frage.
"Kunstkritik" darf wohl alles... Aber wer Geld verdient, ist pietätlos? Alle verdienen Geld mit allem. Die Medien verdienen ihr Geld am Elend der Welt. Das ist wohl das Banalste. Wenn Dir das nicht gefällt, musst Du das Geld abschaffen; oder eher die Medien? Auch ein anderes Thema.
Wenn man diesen Beitrag und das Video zu diesem Zeitpunkt pietätlos nennt, müsste man auch die gigantische Geldmaschinen-Trauerveranstaltung um Michael Jackson pietätlos nennen. Unanständig ist dieser Todeshype. Aber so ist es nun einmal.
Ich würde den Menschen gerne helfen und tue, was ich kann. Aber diese Kulte sind noch zu übermächtig.
Ich kann nichts für die Medien. Ich brauch sie nicht beziehen und kann sie in ihrer Geldgeilheit und Befriedung niederer Instinkte kritisieren.
Man muss unterscheiden. Zwischen Trauer um einen echten Menschen (diese hat nichts in den Medien zu suchen, ist eine sehr intime Angelegenheit) und die Darstellung von Trauer in und für die Medien; so, wie es Künstler gibt, die Menschen darstellen. Aber am Ende ihrer eigenen Menschlichkeit verlustig werden.
Ein normales Menschenleben verträgt sich nicht mit Massenmedien. Es gibt zahlreiche Küsntler und Publizisten, die dieses Rummel verabscheuen, keine Marketing auf diese Art betreiben und die Unterscheiden können, zwischen ihrem Werk und sich selbst ...
Jetzt wird's interessant. Die "Trauerveranstaltung" für MJ morgen abend ist zwar gigantisch und viele Medienschaffende verdienen Geld damit, weil sie diese übertragen und kommentieren, etc. Aber das ist nicht der Punkt. Das ist nicht pietätlos. Es ist auch kein Todeshype. Hintergründig geht's um ein sehr heikles Thema: Es gibt kein gscheites Wort dafür. Man muss es umschreiben: Macht, Geltung, Leistung, Anerkennung. Aus diesem Konglomerat von Motiven bilden Menschen Hierarchien. MJ ist und bleibt der King of Pop. Damit hat er eine absolute Alpha-Position im Showbusiness erreicht, die ihn für viele Fans zum Halbgott machen. Wir sind damit bei einem anderen Thema. Es ist politisch nicht korrekt, über Hierarchie-Bedürfnisse des Menschen zu reden, sie existieren aber!
Und ich denke, Dein Beitrag, ist nichts weiter als ein antihierarchischer Reflex.
Ich komme da nicht mehr mit. Es geht einzig um allein ums Verkaufen. Mehr kann ich in diesem Zirkus nicht erkennen. Wer sich mit diesem Irrsinn identifiziert, dessen Seele ist selbst in Gefahr verunechtet zu werden. Und was dann?
Nichts ist mehr glaubbar, nichts gibt Sinn, nichts ist mehr um seiner selbst willen. Dagegen wehre ich mich.
Ich habe nichts gegen ein Micharl-Jackson-Gedächnis-Konzert. Aber dann soll man das auch so nennen und nicht immer nur so tun als ob. So tun, als ob.
Jacksan war weder ein genialer Musiker, noch ein genialer Sänger - vielleicht ein begabter Tänzer, das weiß ich nicht. Er war eine tragische Person und in gewissem Sinne krank (das sind alle "Superstars").
Es gibt jedoch gegnadete Künstler, die ihr Leben, ihre Vergangenheit meistern und die sich nicht zum goldenen Kalb machen lassen.
Sinn gibt's eh nirgends. Den schafft man sich höchstens.
Aber ich versteh Deinen Reflex gegen das Showbiz und die Superstars.
Dennoch: MJ kann man nun nicht einfach in den gleichen Topf tun wie Madonna, Prince und wie sie alle heißen. Er war sehr wohl ein genialer Musiker, ein guter Sänger, Tänzer, Videokünstler, Illusionist und ein absolut Erfolgsbesessener. Ich bin kein Jacko-Fan, diese Musik - v.a. wenn ich sie nur höre - trifft nicht meinen Geschmack. Aber schau Dir mal seine Live-Performance von "Dangerous" an. Die Musik, den Tanz muss man sehen, um das Geniale wahrzunehmen. Das ist natürlich auch Kommerz - gewiss. "Thriller" ist nicht einfach eine Schallplatte. Es ist Tanz, Musikvideo oder besser: Kurzfilme, Jazz-Rock-Disco, kommerzieller Erfolg in nicht mehr erreichbaren Dimensionen. Und obendrauf hatte MJ auch noch einen Tiger, den er "Thriller" nannte... Das hat seinen Preis, er war auch eine tragische Person und in gewissem Sinne krank. Da geb ich Dir Recht. Den Preis hat er bezahlt. RIP
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