Eine moderne Form der Volkszählung
"Das wichtigste Ziel des Zensus ist es, herauszufinden, wie viele Menschen tatsächlich in Deutschland leben." Ach? Deshalb macht man Stichproben? Also bekommt man eine Schätzung? Hier herrscht aber Meldepflicht, also müsste man doch ungefähr wissen, wie viele Untertanen hier leben!
Doch auf genaue Zahlen käme es an, so heißt es. "Präzise Bevölkerungszahlen sind die Grundlage für viele wichtiger Entscheidungen im Bund und in den Ländern und Gemeinden." Angeblich hängt "der gesamte Finanzausgleich innerhalb Deutschlands und auch innerhalb der Europäischen Union, von diesen Zahlen ab." Da fragt man sich, was die Melde- und Finanzämter so den ganzen Tag lang treiben. Alle diese hier beschworenen und abzufragenden Daten gibt es ja schon, hat der Staatsapparat ja längst zur Verfügung. Normalerweise.
Höhepunkt dieser Farce ist allerdings folgende Behauptung: "Die Zensusergebnisse bilden eine verlässliche und aktuelle Entscheidungsgrundlage für die Bildungs- und Intergrationspolitik oder die Stadt- und Regionalplanung. Kindergärten, Schulen, Straßen, Kraftwerke, Altersheime - all das, was wir Infrastruktur nennen, kann nur dann richtig geplant werden, wenn man den Bedarf kennt."
Ich wiederhole mich: Wir haben doch die Daten. Der Staat hat doch all diese Daten. Er weiß. wo welche Menschen wohnen und wie viele geboren worden. Er weiß, was sie verdienen und wo sie arbeiten. Er kennt die Absatzzahlen der Automobile und den Energiebedarf recht genau. Auch redet man dauernd von der demografischen Veränderung durch die Überalterung der Bevölkerung. Man weiß das alles. Und dennoch ZWINGT man die Bürger zu all diesen und intimen Auskünften. Was sind das nur für Politiker? Was ist das für eine subtile Korruption!
Ich kann mal für Hamburg sprechen, wo all das bekannt ist. Da gab es mal zu viele Studierende und zu kleine Unis und Hörsäle. Jetzt gibt es zu wenig Studierende, es fehlen Ingenieure, IT-Fachkräfte und vor allem vernünftige, charakterstarke Politiker.
Stau, über all Stau. Die Verkehrsplanung Hamburgs ist eine einzige Katastrophe. Seit Jahren. Eine Sisyphusarbeit. Vor dem Elbtunnel an den Wochenenden: Kilometerlange Staus, ohne das Besserung in Sicht wäre. Da hilft auch eine Erhebung nichts.
Man weiß das alles oder könnte es wissen, wenn man es wissen will, ohne jemanden zur Auskunft zu ZWINGEN! Es gibt zu wenig Kindergarten und vor allem Krippenplätze. Hortplätze werden zusammengestrichen. Insgesamt wird großkotzig von Bildung gefaselt, aber unten, bei den kleinen, den Kindern und Familien, den Erziehern und Kitas, kommt kaum etwas an. Was will man hier wissen, was man nicht schon weiß?
So auch das Thema Schule. Nach der dramatisch gescheiterten Schulreform, weiß man in Hamburg, wo es brennt und was wie wo zu tun ... wäre. Welche Entscheidungsgrundlagen fehlen denn hier?
Dasselbe bei den Wohnung. In Hamburg fehlen Wohnungen an allen Ecken und Kanten. Vor allem bezahlbarer Wohnraum und "Sozialwohnungen". Das weiß man alles längst. Und man baut auch schon. Wir haben im letzten Jahr den Katastrophensenat von CDU und den GRÜNEN auch aus diesem Grund abgewählt. Also: Wozu die Erhebung an dieser Stelle?
Energiebedarf? Weiß man ebenfalls längst. Und man weiß auch, dass man einsparen, hier effektiver werden muss. Mindestens nach Fukushima und dem deutschen Atomausstieg. Der ZENSUS wurde aber vorher beschlossen. Man könnte ihn stoppen oder einfach zurücknehmen.
Der Staat braucht nicht alles wissen. Und ein guter Staat darf auch seine Bürger nicht zur Auskunft ZWINGEN, sondern setzt auf deren freiwillige Mitarbeit. In den Köpfen der deutschen Staatsträger und vor allem seiner Bediensteten, die also von unseren Steuergeldern, sprich vom Staat, ziemlich gut und sicher leben, ist das Obrigkeitsdenken und der ZWANG mit dem man seine Bürger auf Kurs bringt, tief verankert. Ich verachte das nachhaltig und prangere diese Aufführung als so ziemlich das Allerletzte an!
Steuerverschwendung und Korruption 2011 ist dieses Machwerk:
Das ist der Zensus 2011












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