Vater werden ist nicht schwer?
Erleichterung. Einem gesunden Nachwuchs steht nun nichts mehr im Weg. Wenn wir mal die Medizin außer Acht lassen. Schwangerschaft könnte durchaus aus Sicht des Wissenschaftlers einer Krankheit gleichkommen.
Es begann mit harmloser Ultraschalldiagnostik. Zwischen elfter und 14. Woche wird die Nackenfalte des Embryos gemessen und gibt Aufschluß über eine gewisse Wahrscheinlichkeit eines Down-Syndroms (Trisomie). Da die werdende Mutter mit geistig behinderten Jugendlichen arbeitet, besteht in dieser Hinsicht eine gewisse Sorge. Und deshalb war man schnell bereit, auf das Angebot einer Sprechstundenhilfe, doch einen zusätzlichen Bluttest machen zu lassen, einzugehen. Eine Beratung bzw. eine Aufklärung über diesen Test fand nicht statt.Die Hauptgefahr eines sog. Triple Tests ist, dass sich da was im Kopf der Eltern festsetzt. Und zwar Angst, Sorge und Verunsicherung. Und so war es dann leider. Denn zwei Werte waren nicht gut, was die Wahrscheinlichkeit einer Trisomie weiter erhöhte.
Überhaupt Wahrscheinlichkeiten. Wahrscheinlich ist, dass sich ein lebendiger Organismus nicht an Statistiken hält und auch nicht einsehen kann, dass er einem mehr oder weniger willkürlichen Wert, wie beispielsweise dem des Lebensalters, gefälligst zu entsprechen hat. Am Ende käme noch alles durcheinander. Um dem Vorzubeugen hat die Medizinerschaft arschteure Gerätschaften entwicklen lassen. So ein 3-D-Ultraschallgerät kostet 80.000 €, wie uns versichert wurde. Und ein sog. Screening nach Hormonen im Blut der werdenden Mutter ist auch nicht gerade ein Schnäppchen.
Da blieb nichts anderes übrig, als einer Fruchtwasseruntersuchung zuzutsimmen. Hierbei wird die Bauchdecke mit einer langen Spritze (wir wollen anschaulich bleiben) unter Ultraschall-Kontrolle durchstochen und goldenes Fruchtwasser entnommen. So können die Genome des Foeten analysiert und die Chromosomen gezählt werden. Dieser Test gilt als sicher. In unserem Fall ist er, wie gesagt, gut, ohne Befund.
Allerdings birgt dieser Test die Gefahr einer Frühgeburt und es setzten tatsächlich leichte Wehen ein, die mit Bettruhe und Magnesium behandelt werden.
Ich hoffe, das wir das Gröbste nun hinter uns haben.
Als wir sicher wußten, dass eine Schwangerschaft besteht und wir das im Freundeskreis kundtaten, gab es hier und dort seltsame Reaktionen. So etwas sage man doch erst nach den ersten drei Monaten, weil das Risiko einer Fehlgeburt ...Himmelherrgott, was soll das? Pränataldiagnostik und Statistiken die sicher ihre Lebensberechtigung haben, verseuchen unsere Köpfe: Man rechnet erstmal mit dem Schlimmsten - offenbar ein Reflex - und zahlt dann teuer den Gegenbeweis. Sicherheit, die nicht nur ihren Preis hat, sondern gar nicht existiert. Aber wo kommen dann die vielen gesunden Kinder her, wenn Schwangerschaft derart dramatisch ist?
Das Leben ist und bleibt lebensgefährlich. Unser Dasein ist sehr kurz und für viele viel zu kurz. Wo ist es hin unser Vertrauen in das Leben? In uns selbst? Und unsere Hoffnung?
Gelingen uns diese eigentlich selbstverständlichen Haltungen nur, wenn wir teure Medizinen und Statistiken bemühen?
Ich verstehe das Leben ganz anders.
Genau!
Glückwunsch und lasst euch nicht verwirren, hört mal ausnahmsweise auf den Instikt und nicht immer auf Ärzte. Bei mir hat es ja auch funktioniert!
Lieben Gruß aus der Nachbarschaft! (bin jetzt auch Teilzeit-Altonaerin)
:o)
herzlichen glückwunsch!
das war ein schlimmes wochenende.
dann ultraschall ohne ende,
dann amniozentese,
dann beratung im humangenetischen institut,
dann blanke nerven (der vater hatte schon ein schwerstbehindertes kind)
dann eine problemlose geburt und ein kerngesundes mädchen
:-)
lasst euch nicht verrückt machen!
(übrigens steht nach der fruchtwasserpunktion ja das geschlecht 100% sicher fest.. und? schon nachgefragt oder wird es eine überraschung?)
Huhu Miss Liss
Ja, wir wissen es jetzt: Es wird ein Mädchen. Und ich freue mich tierisch. Einen Namen haben wir auch schon - den bringen die ja mit. Aber den sage ich noch nicht.
Schöne Grüße!
Heutzutage ist jedes Kind in der Familie wie ein Weltwunder, um dass sich dementsprechend die gesamte Aufmerksamkeit dreht -- & das noch nicht mal von der Wiege bis zur Bahre, sondern in der Tat schon von der Empfängnis.
& weil die tatsächliche Erfahrung fehlt, vertrauen wir auf jederzeit auf Statistiken zu jedem Scheiss, dass einem schlecht werden kann. Zumal sich ja wissenschaftliche Untersuchungen grundsätzlich an ein Fachpublikum wenden, die deren Annahmen & Einschränkungen kennen (sollten). Dank des Internets ist nun aber zwischenzeitlich jeder Laie mit den entsprechenden Zahlen vertraut, ob er sie nun interpretieren kann oder nicht & selbst wer selbst nicht danach sucht, wird mit Sicherheit von seiner Mitwelt damit konfrontiert.
Man fragt sich wirklich, wann endlich das EU-genormte Kind kommt, dass schon pränatal alles Test mit Bravour besteht, zur richtigen Zeit krabbelt, nicht zu früh läuft, aber auch nicht zu spät usw. usf.
Hm
Sie versuchen, alles mögliche zu normen. Das wird ihnen aber bei den Menschen nicht gelingen. Ich halte es da mit dem Satz aus Jurassic Park: "Das Leben findet einen Weg!"
off topic
vielleicht kannst Du mir ja helfen;
ich möchte meinen letzten Text gerne zentrieren, habe aber nirgendwo eine Anleitung zum Formatieren gefunden :(
Wünsche eine schöne Adventszeit.
Liebe Grüße
Reh
Da fallen mir nur diese klugen Worte ein, die ich irgendwo mal gelesen habe: "Die meisten Ängste beziehen sich auf Dinge in der Zukunft, die oft garnicht eintreffen." In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinen zwei 'Frauen' alles Gute! Nicht verrückt machen lassen!










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