Sporting Blogchef
Wie der geneigte Leser rauszulesen vermag, bin ich noch immer Mitglied im MeridianSpa zu Hamburg. Nicht nur das. Erst kürzlich erweiterte ich und wechselte von der Gold- zur Platin-Card, um auch einen zweiten Club, nämlich den auf meinem Arbeitsweg in der Hamburger City, unten am Hafen bei Gruner & Jahr, unter der Woche mitzunehmen.Vielfach wurde davon ausgegangen, dass die Mitgliedschaft in solch einem Bewegungs- und Badetempel heimlich in ein Karteileichen-Dasein übergeht. Das kann ich in meinem Fall nun nicht bestätigen. Es ging an dieser Stelle sogar so weit, dass man sich bemüßigt fühlte, nach dem Fortbestand meines Vorhabens selbsttätig nachzufragen. Dies blieb jedoch aus. Nicht jedoch die Nutzung der Wellness- und Body-Care-Anlage.
Wie also sieht meine Körperbetüchtigung momentan aus? Dem muss ich vorausschicken, dass ich erst kürzlich, Anfang Mai, einen Body-Age-Test im MeridianSpa durchführen ließ. Leider nur bei einem jungen Trainer. Jungen Trainerinnen standen mir zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung. Das sind schon mal die Nachteile in einem solchen Fitness-Tempel.Jedenfalls kam dabei heraus, dass ich ganz gut dastehe: Mein Körper ist nur ein Jahr älter als ich! Erreichbar aber sind 9 Jahre jünger. Daran arbeite ich jetzt. Hart und regelmäßig. Ich folge einem Plan, den ich selbsttätig ergänze. Am Ende, wie gesagt, soll dann ein Körperalter von minus neun Jahren herauskommen. Fit, wie ein Turnschuh - das hat nun in meinem Leben Priorität.
Zu selten aber lasse ich mich nach vollbrachter Leistung schön durchkneten. Meist bleibt dazu keine Zeit, denn bei meinem Programm dauert es schon mal locker drei Stunden in den Tempeln des Gottes Spa. Vom Ausdauertraining zum Workout, vom Muskelaufbau zum Plantschen, von den Thermen in die Saunen und von dort in den Japanischen Garten. Heimlich eine rauchen! Wenigstens in der Raucherecke kommt es hin und wieder zu einem kleinen Gespräch. Ansonsten ist die Flirtsituation unbefriedigend, obwohl die Landschaft dazu förmlich einlädt. Aber viele, vor allem junge Dinger, flirten lieber mit dem Spiegel.
Die Geräte, an denen ich mein Body-Age hinabhangel, sind festgelegt. Wenn man denkt: "Ach, kuck mal, neben dem Gerät würd ich gern ein bisschen rumturnen!", kann man sein Ziel schnell aus den Augen verlieren. Apropos: Nicht wenige der Fitnessianer LESEN beim Konditionstraining! Man nimmt eines der Geräte in Betrieb, ein Fahrraddings, Stepdings oder Laufdings, und spult seine Zeit ab während man die Gala oder einen Liebesroman liest - oder auch eine Soap am Monitor verfolgt. Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Für mich Training immer eine willkommende Gelegenheit zur Body-Meditation.Damit beginne ich also: Stepdings. In der Woche 95 Minuten, einmal 40, das andere Mal 55. Ich bin danach jedes Mal derart durchgeschwitzt, dass ich mich richtiggehend männlich fühle. Danach geht es an den "Zirkel" oder an die Mupfelgeräte. Den Zirkel macht man an 12 Geräten hintereinander. Jeweils 90 Sekunden den ganzen Körper einmal durch. Nach solch einer Exkursion bin ich fix und foxi. Beim nächsten Besuch kommt dann der Geräteplan zum Tragen. Der ist anspruchsvoller und gezielter. Da kommt man in der Anlage rum.
Wir stärken den unteren Rücken und natürlich auch den Bauch (zwei fiese Übungen). Brustmuskeln, Schulter, oberer Rücken folgen. Beinpresse für den Po und dieses Ziehdings für die Bizeps und da hinten die Trizeps. Wenn man alles zusammennimmt, ist das der komplette Wahnsinn. Wer schön sein will, muss leider und was tut man nicht alles für den Erfolg, ein langes Leben und für die Frauenwelt!!!Es gibt auch schon mal Ärger und wenn mir einer komisch kommt, dann weiche ich nicht aus. Kürzlich beim "Zirkel" steht plötzlich ein älterer türkischer Mitbürger neben mir und versucht mich zu belehren. Ich habe nichts gegen die Menschen vom Böbürüs, im Gegenteil.
Aber ich war gerade schwer beschäftigt und er meinte, ich soll mein Handtuch "unten legen". Jaja. Unten legen. Leg ich also nächstes Gerät mein Handtuch unten. Nicht aus dem Tritt kommen, nur weitermachen. Kommt er wieder und wird forsch: "Ist der Gerät alle nass, mach Handtuch unten legen!" Ich starre ihn an und meine, jaja, ich zieh das jetzt hier erstmal durch. Starrt er mich zurück an. War aber ein Trainer in der Nähe, der vermitteln konnte. Ich solle das Handtuch "drunter legen", zwischen mir, meinem Schweiß und den Plastikpolstern. Ach so.Danach geht es schön in den Spa-Bereich.
Hier warten Schwimmbad - mit richtigen Nilpferden - Sprudeldings, Japanischer Garten, Ruheraum und zig Saunen und Dampfdingsbums auf mich. Hier tobe ich mich aus. Ich schwimme zunächst ein paar Züge, um den Muskel zu sagen: "Gut Jungs, runterkommen!" Und rege mich jedes Mal über die Nilpferde im Becken auf. Da ist wenig Platz. Die meisten Menschen schwimmen wie ferngesteuert gerade Bahnen. Obwohl das Becken Nierenform hat. Ich schwimme wo grad frei ist. Nein, hier wird stur geradaus geschwommen. Ist das wie im richtigen Leben? Halsstarrig und nur nicht rechts und links und durcheinander?Dann lass ich mich endweder im Garten von der Sonne bescheinen, in den Wannen der Therme zurechtsprudeln oder suche mir grad die passende Sauna aus. Eine milde mit Vogelgezwitscher und Heuaufguss. Eine feuchte mit einem Bergkristal in der Mitte. Einem türkischen Dampfbad. Einer heißen finischen Sauna. Einer Event-Sauna mit viel Licht. Ach, ist das herrlich!
Viele duschen sich gleich nach dem Saunagang kalt ab. Ich nicht. Ich schwitze auf der Terrasse noch 10 Minuten nach, bis ich mich ins Kältebecken bemühe. Brrrrr. Danach ein heißes Fußbad. Dann noch mal ins Eiswasser. Wieder Fußbad. Ausruhen. Noch einen Saunagang? Vielleicht. Zwischenzeitlich die Menschen beobachten und hier und da. Dann komme ich raus und mir gehts meistens richtig gut.Zweimal die Woche. Ich ziehe das durch!
Übrigens: Da der Bericht so lang geworden ist und ich ja heute meine neue Höllenmaschine bekomme, lasse ich den Beitrag ein paar Tage vorne stehen.










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