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Zuletzt aktualisiert: 13. Mai, 15:47
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Ich wurde bei Schmidt & Pocher letzte Woche auf Lady Ray Bitch aufmerksam. Als Reyhan Şahin, so heißt sie wirklich, die Lehrbeauftragte der Universität Bremen, sagte: "Die Frauen müssen endlich anfangen, zu ihrer Fotze zu stehen" und Harald Schmidt daraufhin aufsprang und ihr applaudierte, dachte ich: Endlich mal eine Frau, die weiß, wie man Karriere macht. Erfrischend.
Übrigens: Schlechte Musik wird durch provozierende Texte zwar auch nicht besser. Aber vielleicht erträglicher. Auch bewegte Bilder tragen dazu bei. Aber funktioniert das alles auch bei pornografischen Gedichten eines Mannes?
Aua. Sowohl das Lied, als auch der Auftritt. "Wer nichts wird, wird Wirt. Wer gar nichts wird, wird Betriebswirt. Und wer so überhaupt rein gar nichts wird, macht einen auf Provokations-Schlampe mit mieser Musik und schlechten Texten." (männlich oder weiblich - egal)
Selbstvermarktung auf unterstem Niveau. Das dem Schmidt da einer abgeht läßt auch eher auf späte midlife Unruhe schließen als auf Anerkennung irgendeiner Kunst -
Naja, künstlerische Freiheit. Jeder wie er mag. Aber der Auftritt bei 'His Schmidtness' war meiner Meinung nach so ziemlich das schlechteste, was der Meister in den zwölf Jahren über sich ergehen lassen musste. Mit 'Street-Speak' allein wirst Du noch lange kein Star.
Ich frage mich nur, wie die Dame an ihren Lehrauftrag gekommen ist.
Ach na ja, mal kurz und heftig auffallen, um dann unterm Teppich zu landen ... ich weiß nicht, ob man das Karriere machen nennen kann. Madonna hat das intelligenter, charmanter angestellt. Und die finde ich definitiv sexy'er. So von Frau zu Frau.
Was redest du da? Sie war doch nicht, sie IST noch immer und hat mit bald 50 deutlich mehr Sex als diese kleine Bitch oben je haben wird - und Klasse und Stimme dazu.
Na gut, Typfrage lasse ich gelten, Geschmäcker sind so feinfältig. Aber - hey - das da ist doch ein Schlag ins Gesicht der Emanzipation, bestenfalls eine Satire.
Nun, Madonna ist Erotik für viel Geld. Reyhan ist Porno für Aufmerksamkeit. Madonna tut keinem was, Reyhan tut weh.
Sie ist übrigens Türkin und nun darf man mal raten, woher diese überbordende Tabubrecherei kommt. Ich finde, Reyhan hat Kraft und es bleibt abzuwarten, ob sie sich später mal wie Madonna operieren lassen wird.
Ein Schlag ins Gesicht der Emanzipation? Man muss schon genau hinhören und beobachten. Dann sieht es vielleicht anders aus. Wenn Emanzipation aber meint, Sexualität in etwas Harmloses, Watteweiches, Kontrollierbares, Schmerzloses verwandeln zu können, ... dann befindet sie sich aber so was von auf dem falschen Dampfer.
"Wenn Emanzipation aber meint, Sexualität in etwas Harmloses, Watteweiches, Kontrollierbares, Schmerzloses verwandeln zu können, ... dann befindet sie sich aber so was von auf dem falschen Dampfer."
Glaube ich eher nicht, dass Emanzipation das meint. Bei der Aussage, "Frauen müssten endlich anfangen, zu ihrer Fotze zu stehen", klingt das so, als würden alle, die nicht ständig dran rumfummeln und sie jedem zeigen, das nicht tun. Und für mich meint dieser Fickrap eher, als hätte Frau Bitch keine Ahnung, dass viele Frauen ihr Früchtchen durchaus zu schätzen und zu benutzen wissen. Das wiederum mag ihre Biografie erklären, aber wirklich wichtig ist das nicht.
In einer Welt, in der alle angeblich nach Liebe und Zwischenmenschlichkeit schreien und echte Werte vermissen, ist das auch nur ein Stück XXL, weil das "Normale" kaum noch sättigt und irgendeiner immer noch eins obendrauf legen muss.
Ein Spiegel? Mag sein, glaube ich aber nicht. Ich denke eher, hier steckt eine PR-Maschine dahinter, die sich des Erfahrungswertes bedient: Sich einmal richtig daneben benehmen bringt mehr Aufmerksamkeit (und Gewinn ;)) als dauerhaft solide und unauffällige Arbeit. Stimmt wahrscheinlich auch, aber ob das tröstlich ist ... auf lange Sicht?
Na ja, eigentlich ist mir das auch schnuppe. Ich mag eh keinen Rap und aus dem obigen Text konnte ich auch nicht wirklich was verwenden. Das Motto "Fick dich gesund" finde ich auf diese Weise unterhaltsamer ;)
Ganz ehrlich?
Sido ist mir lieber. Der nimmt sich selbst wenigstens nicht ernst.
Diese ganze Message-Fuzzies und Möchtegern-Heilsbringer sind mir - ganz egal was sie propagieren - extremst suspekt.
Der Panik-Kanzler beispielsweise hatte das nie nötig. Hat sein Ding gemacht und gut. Und trotzdem auf seinen Konzerten unglaublich vielen Menschen Mut zum Weitermachen gegeben.
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