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Ich winke ja immer mal...
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    AGB

    7
    Apr
    2008

    friedenkriegen

    Nicht lang gefackelt

    Die olympische Fackel war erloschen.

    Gestern in London, heute Paris - und morgen San Francisco. Die alten Demokratien funktionieren, der symbolische Protest gegen das Chinesiche Regime trägt Frucht. Sie kommen nicht durch mit der Flamme des friedlichen Wettkampfes. Warum das olympische Komitee überhaupt die Spiele an eine rücksichtslose Diktatur vergeben hat, kommt damit auch noch mal auf die Tagesordnung und wirft kein gutes Licht auf dieses Gremium.

    Die "freie Welt" übt konkrete Solidarität mit Tibet. Und das ist das Mindeste, das sie tun kann. Unsere (europäischen) Politiker sollten in diesem Fall mal auf ihr Volk hören und der chinesischen Regierung gehörig den Marsch blasen! Und nicht immer vor der Wirtschaftmacht des Lands des Lächelns kuschen.

    Ich freue mich über Europa, über unsere Nachbarn und Freunde in London und Paris. Und nochmal zum Mitschreiben: Es geht um Menschenrechte und Pressefreiheit!



    ONE WORLD - ONE DREAM
    http://www.freetibet.org/

    Übrigens: Wie wäre es eigentlich mit einem Boykott der Spiele unabhängig von den Regierungen und nationalen olympischen Komitees?! Einem Fernseh-Boykott alá "Die Kiste bleibt aus!" Ich meine, ich ertrage das gengedopte Gehampel sowieso nicht. Aber ein konsequenter Boykott der Sponsoren und eine Absage an jedes chinesisches Gerät, wie z. B. das EEE wäre doch mal was!

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    Trackbacks zu diesem Beitrag

    Olympia, nicht lange fackeln!

    Aus gegebenem Anlass: Ich, für... [weiter]

    Olympia, nicht lange fackeln!

    Aus gegebenem Anlass: Ich, für... [weiter]
    SabineD - 7. Apr, 14:27

    Ja, die Franzosen fackeln eben nicht lange und sind uns in Energischtum weit voraus. Ein Hoch auf die wenigen Helden unserer Tage und einen dicken Haufen auf die Chinagierung geschissen.
    404 - 7. Apr, 18:36

    Ein Hoch auf die Helden!

    Genau. Früher gabs zwar nochdie Rübe runter, aber die Fakelträger können für ihr Geltungsbedürfnis ja auch nichts!
    anaximander - 7. Apr, 18:38

    Absage an jedes Gerät aus China

    Das habe ich mir auch überlegt - und bin zum Schluss gekommen, das das nicht geht. In jedem Gerät ist irgend ein oder sind mehrere Teile, die aus China kommen. Die Europäischen "Hersteller" sind ja ganz verrückt nach den Billigteilen aus China - und das rächt sich einmal mehr.
    404 - 7. Apr, 19:06

    Ha. Richtig.

    Da ist was dran.
    Na, auf jeden Fall wollte ich sagen, dass man ruhig mal in diese Richtung denken darf, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich einen Computer zu kaufen ...!
    Malte - 7. Apr, 19:10

    ich kenne die Chinesen sehr gut, schliesslich ist mein Boss auch einer - und ich kann dir versichern, je mehr Proteste und Boykotte kommen, desto schlimmer wird es für Tibet gehen und desto radikaler werden die Chinesen. Die haben eine ganz andere Kultur dort, und wenn du denen provozierend dreinredest ist das das schlimmste was man machen kann. Es gilt als absolute Respektlosigkeit sich in fremde Angelegenheiten einzumischen. Die Tibet-Frage braucht eine andere Lösung, die von China selbst ausgehen muss (auch dort gibt es nämlich Menschenrechtler!).
    404 - 7. Apr, 19:27

    Wenn sie nicht im Knast sitzen, die Menschenrechtler!

    Das mag ja angehen, dass die so drauf sind. Aber was soll man sonst machen? Schweigen? Stillhalten? Mitmachen? Zusehen?

    Dass diese Art, wie du sie beschreibst, zu ihrer Kultur gehört, heißt ja nicht, dass sie nicht lernen können. Sie brauchen doch nur anfangen zu reden, einen Dialog mit dem Dalai Lama beginnen - anstatt ihn voller widerwärtigen Hass zu verunglimpfen. Und natürlich ihre Zusagen aus dem 17-Punkte-Abkommen einhalten bzw. umsetzen.

    Die Chinesischen Machthaber sind Verbrecher und in meinen Augen Mörder. Es gilt, ihnen etwas entgegenzusetzen - und sei es auch nur, wie jetzt, symbolisch!

    Dieser "Konflickt" Tibet-China kommt mir ein wenig zu konstruiert vor. Ich kann nicht glauben, dass budhistische Mönche Scheiben einschmeißen und Geschäfte plündern.
    Ich möchte den Konflickt China/Tibet beileibe nicht bagatellisieren, jedoch frage ich mich, wie die Tibeter sich ihre Zukunft vorstellen?

    Bis 1959, als der Dalai Lama immer noch Tibet vorstand, befand sich fast das ganze bewirtschaftbare Land in Großgrundbesitz, auf dem Leibeigene arbeiteten.

    Diese Güter standen im Besitz von zwei Gruppen: reiche säkulare Fürsten und reiche theokratische Lamas.

    Das Drepungkloster war einer der größten Landbesitzer der Welt mit seinen 185 Herrensitzen, 25000 Leibeigenen, 300 großen Weidegebieten und 16000 Viehtreibern. Und die Leibeigenen waren das keinesfalls alle freiwillig! Mehr hier:
    www.michaelparenti.org/Tibet.html

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tibeter diese Form des Lebens wieder haben möchten.
    Es wird den meisten Tibetern heute unter der chinesischen Herrschaft nicht schlechter gehen als zu Zeiten des Dalai Lamas, eher besser. Einige wenige sind natürlich hochgradig daran interessiert, die alten Verhältnisse wieder herzustellen.

    Die vorerst letzte meiner chinesischen Freunde geht in drei Monaten aus Deutschland in "das Gefängnis" zurück - freiwillig.
    Sie hat ggerade ihren Abschiedsbesuch bei mir gemacht.

    Sie weiß, dass sie jederzeit wieder ein Visum bekommt, um mich besuchen zu können, ihr Mann tut es schon jetzt.
    Sie weiß, dass ich sie jederzeit besuchen kommen kann und durchs Land reisen und ihr Familien besuchen, ohne Angabe von Gründen und Routenbeschränkung.

    Nicht schlecht für ein Gefängnis, oder?

    Ich sage noch einmal, es ist anmaßend, die Führung von Riesenvielvölkerstaaten "anderer Kulturen", die ernährt werden müssen, mit unseren Lebensumständen zu vergleichen.

    Wir projizieren unsere Vorstellung von "Freiheit" und Lebensqualität auf andere Völker und Kulturen und glauben, dass sie die gleichen Wichtigkeiten haben wie wir. Das ist aber nicht der Fall!

    In China geht jedes Kind zur Schule, können Frauen jeden Beruf studieren und ausüben - auch ein Menschenrecht, oder?. In China geht keine Frau verschleiert. China hat Geburtenkontrolle eingeführt zu unser aller Wohl und die meisten Chinesen verstehen das.
    Das hätte man ohne die Religionen zur reinen Privatangelegenheiten zu erklären, nie geschafft. Auch in China gibt es z.B. eine große Gruppe Moslems.

    Es ist leicht, von außen zu gucken und mit dem Finger zu zeigen. Ein Rezept mit Garantie, wie es besser funktionieren würde, hat aber keiner vorzuweisen.

    Wer die asiatische Mentalität kennt weiß, dass man nur etwas erreicht, wenn man die Vorraussetzungen schafft, dass sein Gegenüber in Verhandlungen sein Gesicht nicht verliert.

    Unsere westliche Art der Konfrontation und ständigen Anwürfen ist da eher kontraproduktiv.

    Chinesen lernen unglaublich schnell. Steht man ihnen bei ihren Problemen zur Seite, erreicht man sehr viel und es gibt sehr wohl Möglichkeiten, über alles zu reden. Tibet und China haben eine lange, gemeinsame Geschichte und müssen ihre Probleme zusammen lösen. Dabei können wir sie nur unterstützen

    Wir täten also gut daran, mit mehr Feingefühl auf diesen Riesen zuzugehen.

    Interessant ist, dass seit den Randalen in und um Tibet China wieder kommunistisch ist, nachdem es doch eine gewisse Zeit lang "staatskapitalistisch" beherrscht wurde. Grad´ so wie ´s gefällt.
    404 - 7. Apr, 23:27

    Kritisch.

    Nun, ich habe keinen Kontakt zu Chinesen und zu Tibetern auch nicht. Und die Lebensumstände sind auch nicht das Thema. Die Tibeter haben zwar seinerzeit schwere Fehler gemacht, aber sie haben die Chinesen nicht eingeladen, sie wollten sich nicht von der Roten Armee niederkartätschen lassen. Und sie wollten ganz sicher auch nicht ihre Sprache, Religion und Identität verlieren.

    Ich halte mich an das, was der Dalai Lama zu der Sache sagt ("They can not control human mind!") und was über ihn und Tibet geschrieben wurde.

    Ich erwähnte es schon, im Falle Chinas geht es um die Einhaltung der Menschenrechte. Kennen wir die überhaupt? Und es geht um freie Meinungsäußerung und eine freie und unabhängige Presse, die über die jüngsten Vorfälle in Tibet berichten will.

    Am Ende geht es aber um das Selbstbestimmungsrecht der Völker - und die Freiheit, sich entscheiden zu können ... und eine unbrauchbare Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

    Der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung sorgt sich um die kulturelle und religiöse Identität der Menschen. Ich war in Hamburg beim Dalai Lama, dort rief er seine tibetische Bevölkerung auf, sich zu bilden, zu lernen, zu studieren - auch den Buddhismus. Aber das dürfen sie nicht, weil ihr geliebtes Oberhaupt totgeschwiegen wird und seine Heimat und die Menschen dort weder besuchen, noch "führen" darf.

    Das Pack der chinesischen Regierung gehört hinter Gitter, denn es ist Pack. Es sind genau diese Art von Menschen, unter denen wir alle seit jahrtausenden Leiden und es wird langsam Zeit mit ihnen endgültig fertig zu werden. So sehe ich es.

    Kürzlich berichtete übrigens der Weltspiegel über Menschenhandel mitten in China. Junge Mädchen werden entführt und verkauft, weil in gewissen Gegenden Frauenmangel herrscht. Die weiblichen Föten werden abgetrieben, Mädchen sind aus Sorge vor der Zukunft und dem Alter in vielen Familien (auf den Dörfern) nicht erwünscht. Man wird jedoch nicht Herr der Lage, weil die Polizei und die Behörden bis dorthinaus korrupt sind.

    Es gibt keine Kontrolle, das Volk kann seine Führer nicht kontrollieren. Und ich brauche keine konkreten Kontakte und Beweise, dass dieses Regime durch und durch korrupt und verbrecherisch ist - denn es liegt in der Natur der Sache dieser Staatsformen.

    Wenn hier im Nachbarhaus in einer Familie Gewalt ausbricht und eine kleinere Familie unter der Übermacht einer durchgeknallten Sippe, die sich anmaßt, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben, leidet, dann sind das innere Angelegenheiten, auf jeden Fall solche, in die ich mich nicht einzumischen habe?

    So habe ich Dich verstanden. Es scheint so, als würde die offenbar weitverbreitete Chinasympathie, den Blick trüben und verdunkeln.

    Unsere westliche Sicht der Dinge und unsere Werte? Sind sind das Beste, was wir je hatten. Nicht nur wir, was die ganze Menschheit je hatte. Jedenfalls nachdem es los ging mit Mord und Totschlag, mit Ausrottung und Unterdrückung, Sklaverei und Dominanz.

    Das Pack in Peking kannst Du mir schenken. Ich verachte es tief.
    SabineD - 8. Apr, 08:09

    Feingefühl für den Riesen ist wohl nichts, das in der Situation wirklich erwartet werden kann. Toleranz und Akzeptanz ist eine Münze mit zwei Seiten. Ein Land wie China, das so global in die Welt wirtschaftet, kann nicht plötzlich erschrocken an seiner verletzten Ehre kratzen, wenn kritisiert wird. Asiatische Mentalität hin oder her, niemand will gerne sein Gesicht verlieren, nicht mal Europäer, aber soll eine ganze Welt darauf Rücksicht nehmen, weil eine Regierung sich verhält wie ein trotziges Kind? "So, nun erst recht nicht"
    Die Welt ist zu einem Dorf geschrumpft und irgendwie sind immer alle oder mindestens viele (mit)betroffen, jedenfalls wenn es um moralische Werte geht. Alles andere ist Wegschauen, Ignoranz und in dieser Folge und gewisser Weise Mittäterschaft.
    Irgendwie muss ich da an diese Bierwerbung denken: Nur anschauen, nicht anfassen.
    404 - 8. Apr, 09:41

    @SabineD

    Ebenfalls meine Meinung.

    Die Reaktion der offenbar sehr nationalistischen Han-Chinesen, die die Mehrheit der Unterdrücker im Riesenreich bilden, erinnert mich an die Serben in Europa.

    By the way: Man hat in China nicht nur massive Probleme mit den Tibetern, auch mit Moslems und verschiedenen anderen Volksgruppen/Minderheiten, gibt es permanent Ärger.

    Jedenfalls scheinen die Chinesen wie die Serben nicht in der Lage zu reflektieren und über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie inszenieren sich schnell als (von der Welt oder einem bestimmten Feind) ungerecht behandelte Opfer und versuchen den Spieß umzudrehen. Klassisch psycho!

    Und so interessieren sie sich nicht für eine friedliche, gerechte, humane Lösung, nicht für Dialog … und auch nicht für die Wahrheit.

    Wer dafür Verständnis aufbringt, hat verschiedene Dinge nicht mitgekriegt und lebt offensichtlich in einer ganz eigenen Welt.

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