Hamburger Entscheidung
Mit den "Linken" will aber keiner. Ich verstehe ideologische Grenzen in einem demokratischen Staat kaum. Warum nicht mal etwas wagen, etwas ausprobieren. Doch DIE LINKE bleibt - noch - tabu.
Ob die Hamburger CDU sich auf grüne Politik einlassen kann und beispielsweise ihr geplantes Kohlekraftwerk wieder einstampft, werden die nächsten Tage zeigen. Es wäre ein spannendes Experiment.
Die CDU ist zwar nicht mehr stärkste Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, das Wahlergebnis aber ist ein Bekenntnis zum Bürgermeister Ole von Beust. Er ist souverän und zurückhaltend, bietet ein gepflegtes Understatement - das mögen die Hamburger!
Interessant ist, wie die einzelnen Stadtteile gewählt haben. Die Randbezirke alle schwarz. Die neue Hafencity wählt mit über 60% die CDU. Ich kann nur schwer nachvollziehen, warum die Christdemokratie von den Wählern als kompetente Wirtschaftsmacht identifiziert wird. Wenn, dann ist sie ein spießiger, miefiger Traditionsclub mit filziger Handelsanbindung. Und einem uralten, umweltschädlichen, harten Lack aus christlicher "Wir-gingen-mit-unseren-Eltern-Sonntags-zur-Kirche"-Mief.
Jedenfalls bestätigt die Wahl, meine Wahl der Wohngegend: Altona-Altstadt. Dort wohnen noch vernüftige, normale Leute. Verhältnismäßig.
Übrigens: Der sonntägliche ARD-Tatort fing wegen der Hamburg-Wahl etwas später an. Und woher kam er diesmal? Richtig - aus Hamburg. Es war einer der schlechtesten Tatorte, die man je gesehen hat. Schauspielerisch höchst duchschnittlich bis unmöglich (vor allem von den Nebendarstellern) und vom Buch, vom Drehbuch (Autor Thomas Bohn) her ganz, ganz schwach. Voller unglaubwürdiger Klischees und streckenweise nicht nachvollziehbar. Soll uns das vielleicht etwas sagen?












