Stefan Gwildis Konzert
"Mama mag ihn" heißt dann auch einer seiner bekannteren Songs, den er schmissig und mit viel Spaß rüberbringt. Ja, seine Musik ist einfach ein lustiger, belebender, wunderbarer Schmusekurs, auf den man sich gut und vor allem tanzend einlassen kann.
Podcast-Interview (MP3/Quicktime) Live vorm Gwildis-Konzert:
Mir ging es zunächst so, dass ich eine gewisse Sperre, man nennt das auch Vorurteil, gegen ihn hatte. Da ich mich nicht unbedingt seiner Zielgruppe zurechnen wollte und eher auf eigenständige, nicht so griffige Musiken stehe. Außerdem singt er überwiegend von Beziehungen, Küssen und Sehnsucht und so Weiber-Zeugs. Doch es geschah, um mal wieder mit ganz lieben Menschen zusammen was zu unternehmen und so kam ich nach langen Jahren mal wieder in die Freilichtbühne des Hamburger Stadtparks.
Ich kannte ein paar Songs von ihm und musste feststellen, dass die sehr ordentlich gearbeitet waren. Und so erwartete ich nicht viel mehr, als eine sehr gute Band an diesem Tag und wurde angenehm enttäuscht. Die Band war grandios. Und Stefan Gwildis ist ein toller Kerl, ein Sympath und wunderbarer Entertainer. Der Mann weiß, was er tut - und kann es auch. Ich meine, dass mus man einfach anerkennen, wie auch immer man zu diesem Schmusekurs steht.
Gwildes improvisiert ganz prima und arbeitet fantastisch mit dem Publikum - spontan, natürlich und tatsächlich witzig. Dieser Frauenschwarm ist als Bühnenmensch einfach mit allen Wassern gewaschen und so etwas imponiert mir immer. Ich will Profis sehen, richtig gute Leute, die ihr Handwerk beherrschen. Und man kann auch sagen, dass seine Texte gut sind. Manches tut in diesem textlichen Liebes-Geplänkel-Gewerbe ja tatsächlich sehr weh. Bei Gwildis nicht. Es ist einfach nur schön. Alle haben sich lieb und eine richtig gute Zeit. Leicht ist sie, beschwingt und sorgenfrei.
So sollte gutes Entertainment und gute Musik - die ja nicht auf seinem Mist gewachsen ist - sein. Tolles Konzept, super Kerl, beeindruckende Band. Nur zu empfehlen! Sie spielten sage und schreibe drei volle Stunden ... ohne einen Zuschlag zu verlangen. Wo gibts das heute noch?!
Seine 12-köpfige Kapelle ist echt super, ganz tolle Musiker, die Spaß machen. Schade war allein, dass die drei Background-Sängerinnen für mein Auge einen Jota zu weit weg trällerten. Aber sie haben ja E-Mail: Die spannende San Glaser mit einer tollen Website! Die zauberhafte Regy Clasen! Und die größte der drei Background-Sängerinnen, Marion Welch (ganz links), die mich mit ihren präzisen und - ich darf das sagen - sehr erotischen, lasziv-fließenden Tanzbewegungen dazu veranlasste, zur Konzertkasse zu rennen und noch einen Zehner draufzulegen. Ich hatte den Eindruck, sie schaue ständig in meine Richtung. Ich war übrigens der dunkle Fleck Mitte hinten links. Soll ich mal schreiben?
Der klasse Bassmann - natürlich mit Hut - heißt Achim Rafain. Und der Musiker, der mich an diesem Abend am Meisten beeindruckte - und zwar mit seinem präzisen, lockeren, verhaltenen Stil und einem tollen Sound: Mirko Michalzik. Wenn ich eine Frau wäre, ich würde einen Gitarrenhelden nehmen! Als modernen Zweitmann.
Als Gimmick eines meiner berüchtigten Handy-Live-Mitschnitte. Zum Abschluss des Konzertes hatte ich meine Speicherkapazitäten schon verschossen (ich zeige ja hier nicht alles wegen dem Urheberdings), als Stefan und Mirko plötzlich hinter uns, beim Mischer, auftauchten. Er sang "Lass mich nicht allein heut Nacht" und Mirko spielte derart ergreifend Gitarre dazu, dass ich dachte: Gleich, gleich ist es so weit und ich bin wieder verliebt ...!
der ganze tag war schief & krumm
bin schon schräg aufgewacht
und nun wird's dunkel um mich rum
laß mich nicht allein heut nacht
Wir sensiblen Musiker-Seelen kennen diese Tage genau. Unser Narzißmus stürzt uns in eine temporäre Krise, die die Frauen irgendwie anmacht. Vielleicht muss man so toll Aussehen wie Stefan Gwildis mit seinem grauen Haaren im schmissigen Anzug ... und dieser männlich-rauhen doch überlegen sanften Stimme - aber genau daran arbeite ich gerade!
Und hier dieser wunderschöne Text "Anker werfen - Segel setzen" von den Strombolis, bei denen Stefan Mitglied war:
Die Romanze war wie Zucker, keine Chance für irgendwen.
Die Kinonacht, Studentenfutter, du warst in dem Licht so schön.
Und der Wind macht große Wellen, frißt den Sand und spuckt ins Meer.
Deine Haut küßt´ ich in Stücke,
du hattest keinen Körper mehr.
Anker werfen, Segel setzen, Regen oder Himmelsblau,
nur der Sturm hat seine Regeln, Leben ist so ungenau.
Anker werfen, Segel setzen, Regen oder Himmelsblau,
nur der Sturm hat seine Regeln, Leben ist so ungenau.
Kampf war das, war wie Arena,
mal war ich, mal du der Stier.
Lorbeerkränze auf den Häuptern,
durch die Nächte tanzten wir.
All die Tränen machten Flüsse,
all die Liebe Zuckerguß.
Ach, mein Lieb, für deine Küsse
gäb ich meinen rechten Fuß.
Anker werfen Segel setzen, Regen oder Himmelsblau,
nur der Sturm hat seine Regeln, Leben ist so ungenau.
http://www.stefangwildis.de/













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