BLUMFELD - Das definitiv letzte Konzert
Ich für meinen Teil habe diese sympathische, völlig unaufgeregte Band viel zu spät entdeckt. Doch bin ein Fan auf ewig! Ich hatte es auch glattweg versäumt, mir rechtzeitig eine Karte zu sichern. Die Hamburger Fabrik war seit vielen Wochen restlos ausverkauft. Auch meine bewährten Hebel - die berüchtigten B-Vitamine - konnten nichts mehr ausrichten. Nicht einmal der Presseausweis öffnete irgendwelche Tore.
Aber ich bin da mittlerweile ganz gelassen. Das Leben hat mir immer wieder gezeigt, wie das funktioniert, wie man am Besten an solch eine aussichtslose Sache herangeht. Und das habe ich gemacht. Bin hingegangen und habe mich vor den Eingang gestellt. Ein kurzes Schwätzchen, kommt eine Frau auf mich zu: "Du willst eine Karte?" "Man sieht es mir an?". Ja, ihre Begleitung hätte abgesagt. Habe den normalen Preis bezahlt und fertig war die Laube. Völlig ohne Anstrengung und wie selbstverständlich. Aber nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich freue mich immer wieder unheimlich über dieses Universum!Nur was den Handy-Ton bei Video-Aufzeichnungen angeht, hilft der Laden nicht. Ich arbeite aber gerade daran, mich für schnelle optimale Aufzeichnungen - Stichwort: Poscast-Alarm! - auszurüsten. Vorerst müssen wir uns also noch mit Tonschrott begnügen, aber vielleicht wächst ja die Athmo rüber ...
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In dem Video ist ein Ausschnitt von ihrem Song DIE DIKTATUR DER ANGEPASSTEN zu hören, eines meiner absoluten Lieblingslieder. Die Musik von BLUMFELD ist irgendwie zeitlos, ihre teils sehr lyrischen Texte streckenweise grandios. Ich finde ihr Songwriting wirklich einzigartig, sie haben sich einen wundervollen Stil erarbeitet, der sicher in Zukunft fehlen wird.
Hier dieser Song in einem offiziellen Video:
Manche Songs sind einfach nur schön und wundervoll - und man wartet auf einen knackigen Refrain, wie wir das gewohnt sind. Aber nichts da. Jochen Distelmeyers eigenwillige Art zu singen lässt das nicht zu. Die Melodien, die Texte werden konsequent weitergeführt, anstatt sie durch eine markante Refrain-Zeile glattzubügeln. Das macht die Songs spannend und faszinierend.
Ich habe schon geschwärmt von Jochen Distelmeyers großartigem Gesangsstil. Und auch gestern war ich angetan und begeistert von seiner Stimme und seiner Art, den Frontmann zu geben.
Hier ein weiteres, längeres
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BLUMFELD haben zauberhafte Liebeslieder geschrieben, die nicht immer als Ballade angelegt sind, wie APRIL, sondern recht schnell, wie EIN LIED VON ZWEI MENSCHEN, WELLEN DER LIEBE oder WEIL ES LIEBE IST. Auch unglaublich belebte kleine Popsongs, wie etwa DER APFELMANN machen einfach Spaß. Selbst einen Diskoreißer haben sie im Repertior: VERSTRÄKER.
Am letzten Montag, bei einem anderen zauberhaften Event, von dem ich noch berichten werde, traf ich einen eigentlich recht sympathischen Menschen. Der sich aber 5 Minuten über diesen Song von BLUMFELD aufregen musste, weil er VERSTÄRKER nicht mag. Aber es ist ein wirklich guter Song, der besonders Live toll rüberkommt:
Merkst du was? Ich merke!
Wo ich nicht war komm ich nicht hin.
Ich merk was auf der Haut
und das macht Sinn.
Falls du mich liest und darauf stehst,
dich von mir berühren läßt und mich berührst:
Verstärker!
Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg ...
Nein, ich bin längst festgelegt: BLUMFELD war die beste deutsche Live-Band und eine nachhaltige Bereicherung der hiesigen Musikszene. Mit Live-Band meine ich nicht die SHOW, sondern dass da Musiker oben stehen, die ZUSAMMEN echt gute Musik machen, Athmosphäre schaffen und deren Songs im Livebetrieb erst so richtig gut funktionieren ... weil sie ECHT sind:
Hier der Abschiedsapplaus aus Köln, ein Video von popkulturjunkie. Ich schließe mich diesem Applaus an, ein Leben lang werde ich klatschen. Historische Momente sind das, so ähnlich war es auch hier in Hamburg. Eine super-sympathische Band, von der ich hoffe, dass, wie es manchmal so ist, ihr Abschied nicht für immer währt:
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Ein paar Videos habe ich im Netz noch entdeckt. Demjenige, dem meine Begeisterung für diese Band bisher entgangen ist, mag sich selbst anstecken mit dieser ungewöhnlichen, aber tollen Musik. Hier der Song TIC:
Die Götter sind korrupt
das Leben ist nicht fair,
der Himmel ist kaputt,
die Träume stehen leer.
Die Wahrheit tut oft weh,
das klingt vielleicht banal,
doch so wie ich es seh,
es ist nicht egal.
Und bei YouTube findet sich auch der Song GRAUE WOLKEN, der Live richtigen Schmiss hat:
Dann steh ich auf und gehe unter Menschen
Und frage mich, was kann ich tun?
Ich will sie hassen
Und kanns nicht lassen,
In allem, was sie ausmacht, auch ein Stück von mir zu sehen.
Wo kommen all die grauen Wolken her?
Die ganze Welt dreht sich im Kreis
Ich seh mich um und will nicht mehr
Wo ist die rote Sonne hin?
Dann steh ich auf und gehe unter Menschen
Und frage mich, was soll ich tun
Ich kanns nicht fassen
Sie könnens nicht lassen
Nur ihre eignen Leben, immer nur sich selbst zu sehen.
ADIOS!
http://www.blumfeld.de/












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