"Scheitern ist super" - re-publica zwischen Cash und Chaos
Es wäre aber auch zu schön: Ich schiebe meine Katzen auf den Server, lasse die Leser abstimmen, welche Schuhe ich aussortieren soll, veröffentliche den Bürotratsch, zitiere Gedichte übers Graswachsen, verlinke ein paar witzige Beziehungsdingsbums und verdiene damit ein ordentliches Zubrot.
Auf dem Podium des Money-Panels: Don Dahlmann, Johnny Haeusler, Thomas Lau und Sascha Lobo, Autor von Wir nennen es Arbeit und zuständig fürs Marketing bei adical.de.Der zu erwartende Zoff beim Thema Kommerzialisierung der Weblogs blieb aus. Und das war gut so. Ich schätze mal, dass diejenigen, die dagegen allergisch sind, erst gar nicht gekommen waren. Obwohl vom Podium massiv eingefordert, stand niemand auf und wetterte gegen Blog-Kommerz und Werbeeinahmen. Es hätte auch keinen Sinn gemacht.
Denn es war keine Grundsatz-Dikussion, die eh seit Jahren in den (deutschen) Blogs geführt wird. Es war ein heiteres, spannendes Gespräch darüber, wie es denn aussehen könnte, dieses Geldverdienen mit Weblogs.
Dazu merkte der gute "Supatyp" Thomas Lau an, dass es sich hier verhält wie mit den TOTEN HOSEN: "Der Punk ist auch nicht an einem Album der Toten Hosen kaputtgegangen!" Und die HOSEN haben eine Menge Geld gemacht. Ich gratulierte ihm hinterher zu diesem Argument. Das Dogma der "Blogs als heilige Säulen", die selbstlos und werbefrei dem rauhen Wind der Marktwirtschaft trotzten, fand hier nicht statt. Kreatives Potential versus einer quasi religiösen Haltung gegen eine Kommerzialisierung von Weblogs war für mich eh noch nie ein Thema.
Für mich hat sich dabei schnell gezeigt, dass Weblogs an sich keine Sonderform von Websites sind, die ganz spezielles Marketing erfordern, oder anderen, geheimnisvollen kommerziellen Gesetzen unterliegen, als stinknormale Internetseiten.Die Themen sind die gleichen: Wie mache ich mein "Angebot" im Netz bekannt? Für wen schreibe ich? Wer ist meine "Zielgruppe"? Hab ich ein klares Thema? Bin ich gut, in dem was ich mache, ist mein Content relevant und unterhaltsam? Weiß ich, was ich da mache? Besetze ich eine Nische? Beherrsche ich die Technik? Kenne ich mich aus mit dem Einsatz von Werbemitteln auf Websites? Usability? Eyetracking? Statisk-Analysen? Je davon gehört?
Nein, es gehört - NATÜRLICH - mehr dazu, als einfach ein Weblog aufzulegen und ein Konto zu eröffnen. Hätte man mehr zu Strategien erfahren sollen in diesem Panel? Was hätte das geholfen? Ich glaube, an diesem Tag wurde alles gesagt und angerissen, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Auch zum neuen Telemediengesetz und der Impressumspflicht insbesondere für kommerzielle Seiten.
Deine Inhalte musst du selber erstellen. Deinen Blog, deine Seite bekannt machen, dir mit Leidenschaft ein Publikum zu erarbeiten kann dir niemand abnehmen. Sicher gibt es ein paar (technische) Kniffe, die einem helfen können. Aber dazu braucht man Fachleute, oder muss sich ohne Scheu mit gewissen Optimierungen auseinandersetzen.
Johnny Häusler war wirklich groß an diesem Tag. Übrigens ein sehr engagierter, sympathischer Typ meiner Generation und ebenfalls ein alter Rock´n Roll-Musiker. Einen Weblog bekannt zu machen - denn darum geht es: ohne (viele) Besucher kein (gutes) Geld - verglich er mit Musikmachen. Es ist dieselbe Frage: Wie werde ich mit meiner Band bekannt? Wie werden meine Arbeiten als Künstler bekannt, wie werde ich wahrgenommen?Für mich ist es klar: Wenn du einen klasse Blog machst - über was auch immer - dir dein Publikum kontinuierlich erschreibst, mit einem hohen Maß an Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Herzblut, du Geduld aufbringst ... dann geht auch finanziell was. "Bloggen muss man WOLLEN."
An dieser Stelle schöpfte Johnny aus seiner offenbar reichhaltigen Lebenserfahrung und setzte seine Marke mit meinem Lieblingssatz aus diesem Panel: "Scheitern ist super!"
Johnny wisse nicht, ob das Projekt adical erfolgreich wird, oder wie lange Spreeblick so gut besucht bleibt. Wenn ADICAL scheitert, die User wegbleiben - und? "Scheitern ist super!" Dann geht eben etwas anderes. Er wisse nur, dass er schreiben möchte. Und wenn er damit ein Auskommen erzielen kann, umso besser.
Es geht darum, zu experimentiern, auszuprobieren, was geht und was nicht geht. Es zu versuchen und es wieder zu versuchen - DAS ist es! Man schreibt gute und auch schlechte Artikel. Und? Weiter gehts.
Unterhalte deine Leser. Ja, es hat etwas von Show-Branche. So meine zumindest ich. Da ich mit dieser AUCH zu tun habe, finde ich hier sehr viele Parallelen.
Das war sinngemäß Johnnys Haltung. Und das ist exakt auch meine Haltung. Aus genau diesem Grund existiert JAZZ mein DEUTSCH.Ich könnte zu diesem Thema noch eine ganze Menge mehr schreiben. Aber ich denke, hier ist alles angerissen. Weiterführendes dazu sicher über Technorati. Perlen, was den Erfolg von Websites/Blogs angeht, vor die Säue werfen? Es gibt an dieser Stelle keine Geheimnisse. Jeder, der will, kann sehen, wie es geht. Es ist alles vorhanden, alle relevanten Informationen findet man beispielsweise über GOOGLE, die eine Werbeveranstaltung für AdSense zu diesem Tage beitrugen.
Und guten Content, der mehr als schlappe 100 Leutchen interessiert?










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