Das Ende ist mein Anfang
Der italienische Journalist Tiziano Terzani (1938 - 2004) war als Auslands-Korrespondent auch für den SPIEGEL tätig. Dieser hat heute das Fortleben nach dem Tode zum Titelthema. Und druckt einen Auszug aus dem Vater-Sohn-Dialog, der allein schon den Kauf des Heftest - und des Buches - rechtfertigt.
Ein sehr lebendiger, totkranker, alter Mann spricht mit seinem Sohn über den Tod. Und warum er keine Angst vor ihm hat. Es redet vom Loslassen und davon, wie frei und glücklich er sich fühlt. Es ist offenbar ein lesenswertes, authentisches, sehr tiefsinniges, menschliches und philosophisches Gespräch.
Ich gerate noch ins Schwärmen, deshalb ein Zitat:
"Die wahre Entscheidung ist die, du selbst zu sein. Wenn du dich an den Gedanken gewöhnst oder bestimmte Übungen in der Richtung machts, wenn du darüber nachdenkst - nachdenkst! - dann wirst du erkennen, dass jedes Verlangen eine Form von Sklaverei ist. Denn je heftiger du verlangst, desto mehr begrenzt du dich."
Mit einem irrwitzigen Glauben aber kann man nicht man selber sein. Mit einem Verlangen nach Erlösung, Erleuchtung oder einem Paradies kann man nicht frei sein und über diesen ganzen Unfug lachen.
Aber wen interessiert das schon? Wen interessiert Freiheit? Diejenigen, so denke ich, die unzufrieden sind mit den Systemen, mit der allgemein akzeptierten oberflächlichen Art zu leben, mit den feilgebotenen Sicherheiten. Die sehr unzufrieden sind mit den von anderen (Autoritäten) fertiggebackenen Antworten. Diejenigen, die auf der Suche nach sich selber sind. Danach, wer sie wirklich sind.
Tiziano Terzani hat einen langen Umweg gebraucht, um loslassen zu können. Der jahrelange Kampf gegen seine Krebserkrankung bescherte ihm offensichtlich spannende Erkenntnisse. Und ein gelöstes Lebensende.
http://www.tizianoterzani.com/









