1&1 Blog - Webhosting im Web 0.2
Alleine diese 1&1-Hochglanz-Pop-Ups, mit denen der gemeine Seiten-Betreiber sein Bugdet aufbessern will, sind nicht nur ziemlich nervig, sondern gelinde gesagt eine Frechheit. Diese stülpen sich nämlich nicht nur direkt über den Content der besuchten Seite, sondern verarschen den unschuldigen Surfer auch noch, in dem sie ihm ein X für ein U vormachen. Das gewöhnliche X in der oberen Leiste, das gemeinhin für schließen steht - ich x das mal eben wech - schließt hier eben nichts, sondern ruft die nächste Verarsche, ruft ungewollt das beworbene Angebot auf. In der Regel schließt das Quadrat neben dem X das Pop-Up. Gut, andere Anbieter machen es genauso, es ist quasi eine Netz-Seuche, aber 1&1 ist bei solchen halbseidenen Aktionen immer ganz vorne dabei.
Geduld, ich komme noch auf den 1&1-Blog. Zunächst aber noch mal zum Thema Master Of The Kleingedrucktes: Vor Weihnachten im letzten Jahr, kam 1&1 mit fetten Millionen-Budget-Fernsehspots und boten ihr neuestes DSL-Geschenk feil - ein DSL-Wahnsinn. In dem Spot gab es eine Schlüsselszene, in dem der verdusselte Jung-Dynamiker seine heiße Schnecke frug: „Mit alles“? „Ja, mit alles drin!“ So dass man als Couch-Potato den Eindruck gewinnen musste, man hätte hier tatsächlich das günstigste DSL-Telefon-Netz-Internet-Movie-Sauge-Angebot von der ganzen Welt vor Nasen. Aber das Kleingedruckte.
Ich schlug mich breit und rief die 1&1-Hotline, die, im Gegensatz zu den anderen Nummern bei 1&1 (zwischen 0,99 und 0,12 Cent/Min), kostenlos ist und siehe da: Ja, nein, Sie brauchen für 1&1-DSL einen DSL-Telekom-Anschluss für ab 16,37 EUR/Monat. Tolle Wurst. Und was für eine Verarsche. Überall dieses Kleingedruckte, wo man eigentlich als Bürger und Kunde ernst genommen und nicht über den Tisch gezogen werden will.
Diese Technik zieht sich nun aber durch ALLE Angebote von 1&1. Fettes Marketing, das richtig auf den Busch kloppt und ganz viel Kleingedrucktes, das, wenn der potentielle Kunde es denn liest, diesen Busch als welk entlarvt. Überhaupt, dass die Werbe- und Vertrags-Technik des Kleingedruckten nicht schon lange vom mündigen Konsumenten als Betrugsversuch geächet und allgemein als unzulässig angesehen wird, ist kein gutes Zeichen. Immerhin gibt es noch genügend Unternehmen, die auf diese Machart im Sinne ihrer Kunden verzichten.
Ja, und nun bietet 1&1 jetzt großspurig einen BLOG an, den 1&1 Blog. Es handelt sich um eine aufgeschraubte WORDPRESS-Version, die diesen Namen nicht verdient, die 1und1 auf die unwissenende Menschheit loslässt. Man bestellt das Zeugs und besitzt einen Blog. Viele wichtige und sinnvolle WORDPRESS-Funktionen, die diese tolle Open-Source-Software auszeichnen, etwa die grandiose PLUGIN-Technologie, oder das verändern und anpassen des Layouts mittels THEMES, stehen jedoch dem kleinen Dummerchen, dem 1&1-Kunden, nicht zur Verfügung. Man kommt da einfach gar nicht erst ran. So macht man auch nichts falsch. Ich begreife nicht, was das soll, empfinde dies nicht als Service, sondern als aberwitzige Bevormundung und kann da nur DRINGEND von abraten. Mit WORDPRESS, mit Blogs und Blogging, hat das nämlich nach meinem Empfinden nichts mehr, rein gar nichts zu tun.
Dabei gibt es hervorragende und günstigere Alternativen was Webhosting und Blogs angeht. Beispielsweise bekommt man bei dem Provider all-inkl.com Domain und Webspace mit Datenbank, inklusive einer einfachen aber effektiven Account-Verwaltung, mit der selbst der Laie in Nullkommanix eine WORDPRESS-Installation mit vollem Funktionsumfang zustande bringt.
Geht alles ... viel besser - nur eben bei 1&1 nicht. Der durchschnittliche Internet-User, der von Webtechnik oder -Design nicht viel Ahnung hat - braucht er ja auch nicht - glaubt, durch das massive, verblödende Marketing von 1&1, einundeins sei DER Webhoster, DER Provider, günstig, professionell und auf weiter Flur das Beste am Markt. Gut, STRATO kennt man auch noch, aber das ist dasselbe in Grün.
Zugegeben, die 1&1 Internet AG macht es einem nicht leicht: Man wird geködert mit einem WERBE-CENTER, mit dem man seine „Homepage“ im Netz nach oben bringt, bekannt macht; Unmengen an zusätzlicher Software und Baukästen, machen die Erstellung eines professionellen Internet-Auftritts, eines eigenen seriösen Shops oder klasse Blogs, für wirklich jeden zu einem Kinderspiel; da wird man geschult, der 24-Stunden-Service reißt sich selbst nachts ein Bein aus für den Erfolg seiner Kunden, und eine Domain gibt es schon mal ein Jahr lang kostenlos. Kleingedrucktes sage ich nur. Kleingedrucktes.
Die Account-Verwaltung, das Control-Center zum Webpaket, ist gelinde gesagt eine einzige Katastrophe. Vollkommen unübersichtlich, mit Ladezeiten von denen man 1999 noch träumte, Einstellmöglichkeiten, wie ein Wald vor lauter Bäumen und Zugang zu den Hilfe-Services, die einem die Tränen in die Augen treiben. Glücklich der, der damit nichts zu tun hat.
Mir persönlich tut der Telefon-Support immer leid. Es ist ja nun kein Zuckerschlecken in einem Call-Center zu arbeiten. Aber wenn man auch noch einen solchen Irrsinn zu vertreten hat, dann ...
Ich schreibe dies alles, weil ich mich einfach zu oft über 1&1 geärgert habe. Lange schon nicht mehr als Kunde, sondern im Auftrag für Freunde und Bekannte. Und kürzlich erst wurde mir die Sache mit dem WORDPRESS-Blog gezeigt. Und dann immer noch dieser Werbespot, der sagt, für 19,90 EUR kriege ich alles, dabei kostet es 37,90, und nach sechs Monaten 47,80 für die nächsten was weiß ich wieviel Jahre, dann kann ich einfach nicht mehr anders, als das an dieser Stelle anzuprangern.
1&1, Schlund & Partner, die United Internet AG sind mächtige und sehr bekannte Unternehmen. Kommt man nach so einem Artikel eigentlich auf eine „Schwarze Liste“, oder wird ein so kleiner Piss-Blog wie meiner souverän ignoriert? Man wird das beobachten.
Zuletzt musste ich mich maßlos über 1&1 ärgern, als die mit mir befreundeten Jungs der ROTE GOURMET FRAKTION, im Zuge eines gewöhnlichen, eigentlich einfachen Provider-Wechsels sämtliche Domains verloren. Ich muss leider zugeben, dass wir einen klitzekleinen Fehler machten, in dessen Folge die Domains innerhalb weniger Stunden auf den freien Markt gerieten und teilweise von kriminellen Elementen, so schnell konntest du nicht kucken, kassiert wurden.
Die Hauptdomain von RGF ist natürlich durch Markenrecht geschützt, nur ist das aktuelle Domain-Recht so gestrickt, dass es Klein-Kriminellen durchaus möglich ist, mit Hilfe illegaler Programme z. B. versehentlich frei gewordene Marken-Domains zu grabben und diese auf sich eintragen zu lassen. Geht man den Rechtsweg, dauert es oft Monate, Monate, die Einnahmen und Kunden kosten, bis man die Domain zurückbekommt. Darauf bauen nun diese kleinen Scheißer und verlangen für ihre „Unkosten“ ein kleines Taschengeld, je nach Sachlage und Unternehmen zwischen 100 und 500 EURO.
Dass solche Vorgänge aber durch die völlig unübersichtliche Account-Verwaltung von 1&1 erst möglich werden, steht auf einem anderen Blatt. Das berühmte Kleingedruckte sprach davon, dass der von uns eingeleitete Vorgang schon mal ein paar Tage dauern würde. Wäre das der Fall gewesen, wäre kein Schaden entstanden. Normalerweise muss man zur Kündigung einer Domain einen sog. CLOSE-Vertrag unterschreiben und faxen. Hier war es nicht so, nirgends eine Funktion, mit der man einen Domain-Umzug eindeutig hätte vornehmen könnte. Und mir ist das auch zu blöd, stundenlang nach irgendwelchen Funktionen zu suchen.
Natürlich weist 1&1 in seinen AGB die Verantwortung für diese unglücklichen Vorgänge von sich. Doch ich bleibe dabei: Dass es weder einen eindeutigen HINWEIS auf die Konsequenzen einer vorgenommen Einstellung gibt, noch dass es durch einen Sicherheitsriegel quasi unmöglich wäre, eine seit Jahren erfolgreich genutzte Domain innerhalb weniger Stunden freizugeben, ist ein schwerwiegender, inakzeptabler Mangel!
Offenbar denkt 1&1 nur an das schnelle Geld, scheiß egal - Hauptsache massenhaft zahlende Kundschaft, die man teilweise wie Idioten behandeln und beim Service immer schön zur Kasse beten darf.
Ich werde wohl noch länger mit dem Internet, mit Websites, Design, Content und Blogs zu tun haben. Aber mit Unternehmen wie 1&1 werde ich nicht mehr zusammenarbeiten. Sie sind mächtig am Markt, haben aber weder irgendeine erkennbare Firmenphilosophie, weder Technik, noch Service der für den anspruchsvollen Nutzer tauglich, geschweige denn ausreichend ist. Schluss mit dem Driss.













Trackback URL:
http://checkbox.twoday.net/stories/3196134/modTrackback