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Oho
ich bin einer dieser Protestantischen freikirchlichen spinner (genannt baptisten ;) ) und ich finds hart, dass ihr das so verallgemeinert. Die Amerikanischen Baptisten haben kaum was mit den meisten deutschen Baptisten zu tun. (werfen den deutschen baptisten vor, sie seien nicht radikal genug)
Ich muss zugeben, dass ich hier in deutschland auch schon Gemeinden erlebt habe, die sehr heavy drauf sind, aber es sind sicherlich nicht alle so. - Das ist nicht wie bei den Landeskrichen, die ja alle irgendwie gleich sind... Freikirchen sind immer eigene Gemeinden und entwickeln mit der zeit auch eigenheiten.
Ich gehe auf gegenproteste, wenn gegen eine Moschee protestiert wird, da ich finde, dass keine Religion mehr recht hat zu bestehen als eine andere (ich kann nicht beweisen, dass die Bibel stimmt, ich glaube es nur in mir, was gläubige anderer religionen auch tun). - Ich glaube an die Evolution - Ich habe einen schwulen in meiner familie und glaube, dass gott ihn genau so gewollt hat - Ich glaube zwar an den teufel, aber nur im bildlichen Sinne - Ich lese keine bücher zum thema "wie bekehre ich leute", da ich durch mein lebe überzeugen soll und nicht durch irgendwelche überredungen..
Also entweder habe ich dein Artikel nicht verstanden und ich passe doch in dein schema eines Baptisten, oder du irrst dich damit, dass alle freikirchen so sind. (wie gesagt: es gibt tatsälich gemeinden, die sehr hardline sind, aber du spricht von allen)
Gegengewichte
Aber habe ich wirklich geschrieben ALLE (Freikirchen) sind so? Dann ist das ein Missverständnis. Denn umgekehrt wird ein Schuh draus: Findest du jemanden, der der Bibel wortwörtlich glaubt, sind es meist Freikirchler.
Es gibt ja nicht nur Babtisten.
Ich kann durchaus einen GLAUBEN respektieren, auch wenn mir das manchmal sehr schwerfällt. Ich bewundere oft die Fähigkeit in diesem Sinne zu GLAUBEN. Aber wir alle glauben irgendetwas. Doch ich bemängele hier die UNFÄHIGKEIT nachzudenken.
Und dann kommt es so, dass sich aus Mangel an Bildung und Wissen, Reflektion und Denkvermögen ein Glaube auf ein neurotisches System pfropft. Und dann wollen sie alles zurückdrehen. Und dagegen habe ich etwas.
Eine offensichtliche Verblendung halte ich nicht aus, mich nimmt das sehr mit, weil fast alle Menschlichkeit dadurch negiert wird. Freiheit, Demokratie und Menschenrecht sind ja nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden unter großen Opfern erstritten, den Mächtigen und Diktatoren abgerungen. Ein Glaube wie beschrieben negiert das ALLES. Dagegen wehre ich mich bis zum Letzten.
Ein gemäßigter und fester Glaube, wie du ihn zu haben scheinst, ist wirklich bewundernswert.
Alle Menschen sind durch irgendetwas getrennt. Du bist dies, der ist das und Konfessionen sind die schlimmsten Trennungen - wie man heutzutage deutlich sehen kann - die es geben kann. Gleichzeitig sind sie Ausdruck der unglaublichen Kreativität der menschlichen Fantasie, des menschlichen Geistes.
Ich wünsche mir eine Welt, in der organisierte Glaubenssysteme keine Rolle mehr spielt, sondern nur tiefe und aufrechte Menschlichkeit regiert. Ich bin kein Atheist. Für mich habe ich tiefinnen begriffen, dass all dies Menschenwerk ist und dass es darauf nicht ankommt - sie sind irrelevant. In diesem Sinne fühle ich mich den Buddhisten nahe.
Wir sind Kinder etwas viel Größerem. Und diesem mit einem kleinen Geist und einem engen System zu begegnen, ist völlig absurd. Erst muss die Freiheit kommen, die nur mit Selbsterkenntnis einhergehen kann, mit dem Mut, sich den Dingen ohne vorgefertigte Patterns (z. B. Glaubensmuster), die immer von AUSSEN eingebracht werden, zu stellen. Dann kann man vielleicht sehen, was für ein wunderbares und ungewöhnliches, verletzliches und kreatives Wesen man ist.
Dazu braucht man nichts glauben.