Sie lieben den Tod
Ein provozierender Artikel bei SPIEGEL ONLINE von Matthias Küntzel, den ich unterschreiben kann, brachte mich noch einmal zum Nachdenken. Wie kommen Menschen um Himmelswillen dazu in einem "heiligen Hass" den Tod zu "lieben"?
"Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod."
Das ist die Hisbollah, das sind die wahnsinnigen, die brutalen, gefährlichen, finsteren Verrückten, die uns alle bedrohen.
Es gebe keine Kunst, schwärmt auch der Patron der Hisbollah, Mahmud Ahmadinedschad, "die schöner, göttlicher und ewiger wäre als die Kunst des Märtyrertods".
Wie kommen Menschen dazu, so etwas zu sagen, zu denken und am Ende auch ZU LEBEN? Ich verstehe das nicht. Wie kann man von einem Schöpfer sprechen und den Tod lieben? Man kann den Tod nicht lieben.
Arno Gruen hat lange schon die Mechanismen der menschlichen Destruktivität aufgezeigt. In diesen Zusammenhängen sind seine Arbeiten wirklich sehr aufschlußreich.
Doch immer noch werden die Anliegen dieser Mörder ernst genommen. Zu schnell wird Israel verurteilt. Israel, mit dem Rücken an der Wand, umzingelt von lauter Wahnsinnigen, weiß sehr genau, welch bittere und einzige Sprache seine menschenverachtenden Feinde verstehen. Das ist schrecklich und das ist traurig. Aber diese Leute, die den Tod mehr "lieben", als noch das geringste Leben, müssen bekämpft, aufgehalten und unschädlich gemacht werden.
Ein Waffenstillstand, wie sie ihn jetzt überall fordern, kann mit der Hisbollah nicht funktionieren und macht überhaupt keinen Sinn - sondern langfristig alles noch viel schlimmer.
Meineserachtens können wir hier nicht sitzen und so tun, als würde uns diese Gewalt nichts angehen. Und genau deswegen beziehe ich hier mit meinem Standpunkt Position: Für das Leben und für die Liebe - und für die Freiheit und für das Recht, zu sein.
Das fällt aber alles nicht vom Himmel. Freiheit und Recht müssen erkämpft werden, immer wieder neu. Sie sind keine Geschenke und schon gleich gar nicht selbstverständlich. Viele von uns vergessen das leicht, weil wir es gottseidank gewohnt sind, in Frieden zu leben.
Frieden kann es nur auf der Grundlage geben, dass alle Parteien darin übereinkommen, (über)leben zu wollen. Und wollen nicht alle Menschen leben und lieben und in Frieden SEIN? Offensichtlich nicht.
Ideologien, Religionen, IDEEN sind viel zu vielen Menschen immer noch wichtiger, ja heiliger fast, als das Leben selbst. Wie kann das sein? Was für eine Ver(w)irrung! Und diese Leute reden von LIEBE ...
Liebe ist keine Idee - sondern Tat!









