Das war schön!
Ja, das lässt sich schon vergleichen, denn ich habe sie so geliebt unsere WM. Und was wir gesehen und erlebt haben war nichts als Liebe. Die Liebe zum Fußball, die Liebe zum Leben, die Liebe zu den Menschen, egal woher sie kamen. Es ist leider auch eine Werbefloskel, aber für mich stand diese riesige Party unter dem Motto: One World! One Life! One Family! Ich steh auf so was.
Es war hier unschwer zu erkennen, wie begeistert ich von dieser WM, diesem Fest war. Die schönste Freude, so heißt es, sei die Vorfreude. Ja. Die Monate vorher, wo es langsam heraufdämmerte, die Wochen vorher, in denen mir erst so richtig klar wurde, wie sehr ich mich auf dieses Ereignis freute, waren wirklich einfach nur schön.
Und dann das Spiel von Trinidad & Tobago hier im Millerntorstadion gegen den FC St. Pauli, am Montag vor Beginn der WM. Ganz groß war das. Spätestens da wurde deutlich, wie fantastisch, wie bunt und schön das alles sein würde.

Und dann der ergreifende, ja, doch, der überwältingende Beginn unser Fußballweltmeisterschaft, als die Deutsche Elf unser Fußballfest durch ein mitreißendes Spiel endlich eröffnete: Diesen unglaublich schönen Moment werde ich ebenfalls niemals vergessen.
Die erste Woche der WM hatte es wirklich in sich. Das Wetter grandios, die Stimmung unheimlich begeisternd, die Menschen einfach nur toll und superfreundlich, wirklich, für mich war das unfassbar beeindruckend und ganz, ganz zauberhaft. Und das Ende der ersten Woche führte mich dann tatsächlich und überraschend ins Stadion, zu dem Spiel meines Lebens, inklusive Kaiser, welches nun für immer in meinem Herzen knolzt: Ecuador gegen Costa Rica.
Das war der 15. Juni, die Mitte eines wunderbaren Jahres und gleichzeitig sein Höhepunkt. Doch, ich kann wirklich behaupten, so etwas Wundervolles und Schönes, hatte ich bis Dato noch nicht erlebt. Pures Fußballfieber. Dafür bin ich sehr dankbar.
Ab diesen Zeitpunkt, konnte für mich nichts mehr schiefgehen. Dann jagte ein Ereignis, ein Erlebnis das andere, ich kam kaum noch hinterher und war dennoch immer mittendrin, ließ nach und nach alle Vorhaben drumherum fallen und war nur noch mit der WM und dem Fest der fröhlichen Menschen beschäftigt - meist auf dem Fan Fest Hamburg, wo sie alle zusammenkamen.

Hier haben mich am Nachhaltigsten die Fans aus Togo beeindruckt. Während ihre Mannschaft kurz vor Schluß das 0:2 von der Schweiz kassierte, was das Aus für Togo bei dieser WM bedeutete, kamen sie zusammen und begannen alle zu singen, afrikanisch gemeinsam zu singen. Das war echt toll!
Genauso wie die wilde Feier der Ghanesen nach ihrem Einzug ins Achtelfinale. Mein lieber Herr Gesangverein! An dieses Fest inmitten der wogenden, tanzenden, singenden, trommelnden, feierenden Afrikaner werd ich mich auch sehr gerne zurückerinnern. Die reinste Freude.
Und dann die Schlandspiele! Unsere Mannschaft hats echt gebracht. Unglaublich. Früher musste man sich oft ärgern über ein deutsches Team, ganz zu schweigen über die seltsamen Trainer, wie z. B. Berti Vogts. Bei dieser WM war alles anders. Jürgen Klinsmann und seine Truppe haben rundherum begeistert und sich in alle Herzen gespielt. Sie haben die packensten Spiele geliefert und den frischesten Fußball gezeigt. Und mir unvergessliche Freudentränen geschenkt.

Unser Land, und ich mit, versank in Euphorie und in einen Freudentaumel, wie es ihn noch nie gesehen hat. Jeder, der wollte, konnte es erleben, konnte das Fieber fühlen. Nach und nach hat auch der Letzte noch Feuer gefangen. Von den üblichen Querulanten und Dagegenheinis war kaum noch was zu hören. Selbst die braune Brut hat sich in ihre dreckigen Löcher verzogen. Was für ein Fest. Man schwenkte die Fahnen (der deutschen Revulotion 1848) und freute sich einfach. Man sang miteinander und fiel sich die Arme.
Und ganz vielleicht hatte der Schamanenzauber des ecuadorianischen Schamanen Tzamarenda Naychapi, der "positive Energien" für die Zuschauer und die Spieler herbeibringen wollte, ja doch seinen Anteil an dieser sprachlos machenden, zauberhaften Stimmung bei dieser friedlichen, deutschen Fußballweltmeisterschaft 2006.

Das muss jetzt alles erstmal langsam sacken. Ich muss das erst noch mal alles für mich sortieren, Abstand gewinnen. Erst dann kann ich sagen, was mir besonders gefiel, was nicht so schön war, welchen Spieler, welche Mannschaften ich klasse fand und welche nicht. Dann erst kann ich diese Fußballweltmeisterschaft, mal abgesehen vom emotionalen, vom seelischen Gehalt, den sie für mich bereithielt, kühlen Kopfes beurteilen und verarbeiten.
Wie es dann zum Beispiel in diesem Blog weitergeht, weiß der Himmel.














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