Nationalgefühl zur Fahne

Manch einem schmeckt das nicht und in den letzten Tagen wurde verstärkt über unseren Patriotismus und unser Selbstverständnis debattiert. Was für andere Nationen das Normalste von der Welt ist, ist für uns Deutsche oft ein Problem.
Wir bewegen uns zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite die, die den Teufel an die Wand malen, wenn sie Deutsche Flaggen aus den Fenstern hängen sehen und ganz offenbar mit sich selbst nicht im Reinen sind. Auf der anderen Seite stehen die Rechtsradikalen, die versuchen, solche natürlichen Nationalgefühle für ihre abscheuliche Sache dienstbar zu machen (was mit aller Macht zu verhindern ist).
Natürlich, es geht nicht darum, unsere schreckliche Geschichte zu verdrängen, oder auch nur zu verharmlosen. Aber dürfen wir denn, wir, die mit der Vergangheit nichts zu tun haben, nicht auch ganz normal sein, wie die anderen Kinder auch?
Es ist gut, dass es eine solche Diskussion gibt. Wir machen es uns nicht einfach und waren auch schon immer ein eher schwermütiges Volk. Das kann sehr sympathisch sein. Man mokiert sich über unsere Ausländer- und Integrationspolitik , übersieht aber allzu leicht, dass wir uns immer wieder sehr ernsthaft damit auseinandersetzen - klar und konstruktiv. Das ist doch toll.
Wir stehen zu unserer Verantwortung. Und wir leben nun einmal in diesem Land, in einem demokratischen, rechtsstaatlichen Land. Wir können stolz sein auf uns, wir haben eine wunderbare Sprache und eine reichhaltige Kultur. Wir haben unsere Schwächen und unsere Stärken, vieles ist durchaus liebenswert an uns und - abgesehen von England, Holland und Mallorca - mögen uns die meisten.
Warum also nicht für unsere Elf fiebern, ein guter und stolzer Gastgeber sein und selbstbewußt die Fahnen schwenken? Wir sind die Guten, wir tun niemanden was, wir wollen Frieden und Gerechtigkeit und nehmen unsere Verwantwortung ernst. Wir leben hier und machen das Beste draus. Wir ihr anderen woanders auch.
Nein, ich bin in Ordnung und mein Land ist es auch. Ich habe allen Grund selbstbewußt dazu zu stehen.
Schwierigkeiten gibt es immer. Gewaltbereiter Nationalismus ist keineswegs nur ein deutsches Problem. Unsere direkten Nachbarländer haben viel größere Sorgen an diesem Punkt. Das wird oft übersehen.
Die Menschen wollen sich freuen, sie wollen sich zeigen, als Freunde und als herzliche Gastgeber. Daran kann ich nichts Falsches erkennen.
Und diejenigen, die Falsches daraus machen wollen, die müssen sich sehr warm anziehen. Wir sind die Mehrheit. Sie haben keine Chance.
Mir wäre es recht, wenn diese typisch deutschen Charaktereigenschaften der Miesepetrigkeit und Kleinkariertheit, vielleicht einem selbstironischem Humor weichen würden. Auch dieser ist hier lange kein Unbekannter mehr.
Ich find uns gut!










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