Villa Genpool e. V.
Ok, Die Party ist vorbei. Wir haben das jetzt klar. Das mit den Beziehungen. Nun, es ist keine Weltneuheit, aber es geht eben nicht wirklich zusammen, das mit den Frauen und den Männern. Gut, hier und dort schon, da wächst auch temporär zusammen, was zusammen gemeint scheint. Doch im Großen und Ganzen ist es ein bilateraler Energieverlust, auch und gerade wenn man meint, ein Pärchen bilden zu müssen. Ein Pärchen, nun ja, aber gleich diese seltsame Art von Verschwörung, dieses Hollywood in Rödelheim - nein!
Wir kennen das alle(s) und ich spare mir hier die Einzelheiten. Das Thema ist ein riesen Geschäft für alle Branchen die es überhaupt gibt. Ohne die Liebe, so lässt sich sagen, wären wir alle schon längst pleite. Das Horizontale Gewerbe läge darnieder, die Tabakindustrie, die dieses stäbchenförmigen Beruhigungsmittel herstellt, hätte sich längst in Rauch aufgelöst und die Kurierdienste, dessen Mitarbeiter immer so aufreizend Cola-Light vor verhungernden Büromiezen schlürfen, wären zusammengeklappt. Von den Künstlern, den Autoren, Robbie Williams, oder den SAT1-Moderatoren ganz zu schweigen.
Frauen finden, aus unser Sicht, auf einer anderen Ebene statt. Auf einem anderen Planeten. Ständig kommen sie einem mit Beziehung, den Tag verbringen sie nur, um sich gegen Abend gezielt zu emotionalisieren. Sie sind, um es kurz zu machen, der einzige Stressfaktor, der zum Frisör muss. Mit dem Alterungsprozeß setzt bei ihnen eine mehr oder weniger langsame Verwandlung ein. Plötzlich sind sie alleinerziehend. Sie wirken dann oft wie ein Mahnmal der Sehnsucht, eine Anklage in Pumps.
Das alles aber wird zusammengehalten – und hier wirds für uns Männer wirklich schwierig – durch einen latent schizoiden Zug im Verhalten der Frauen: Sie sagen das eine, meinen aber das andere und TUN tun sie etwas völlig anderes. Nicht umsonst heißt es: Eine Frau – ein Roman.
Wir haben also heute Vormittag beim Männerfrühstück festgestellt, dass wir da nicht mehr mitkommen. Wir nehmen alles irgendwie ernst und meinen, was wir sagen. So wie wir auch nur einmal etwas tun, was wir meinen, das eine Frau gesagt hat, liegen wir komplett daneben; wenn wir dagegen, etwas anderes tun, was eine Frau meint, gibts richtigen Ärger. Aus der Nummer, so viel steht fest, kommen wir nicht mehr raus. Wir könnens ihnen nicht recht machen. Und umgekehrt wahrscheinlich auch nicht.
Wir sind aber feine Kerle und wollen helfen. Also haben wir heute beschlossen, dass wir uns der Realität stellen. Schonungslos. Völlig offen. Sehr ernsthaft und auf hohem Niveau. Ausgangspunkt unserer Überlegungen, ist eine erfolgreiche Fortpflanzung, also die Erhaltung unserer Art. Da es uns in der klassischen Kleinfamilie aus besagten Gründen in der Regel zu leicht zu neurotisch wird, bieten wir jetzt eine echte Alternative:
Wir gründen einen Hort - die Villa Genpool e. V.
Das funktioniert folgendermaßen: Wir stellen unsere Gene ausgesuchten Frauen zur Verfügung, um gesunden Nachwuchs zu zeugen. Allerdings sind an die werdenden Mütter und an die Bereitstellung des Geschlechtsaktes, ein paar Bedingungen geknüpft.Die Frauen sollten Karrierefrauen sein und einem gut dotierten Beruf nachgehen. Jahresgehalt nicht unter 100.000,- EUR. Vorteilhaft wären unregelmäßige Arbeitszeiten und eine gewisse Reisetätigkeit, Kongresse, Meetings, Geschäftsanbahnungen weltweit und in ganz Europa. Die berufliche Tätigkeit müsste durch Schwangerschaft und eine normal verlaufende Geburt nicht groß unterbrochen werden, da Frauen – auch das wissen wir – das stärkere Geschlecht sind, rechnen wir mit insgesamt vier bis sechs Wochen: Letzte Phase der Schwangerschaft – gut, die ist schwer – Niederkunft und etwas Erholung. Dürfte also mit dem Jahresurlaub hinzubekommen sein. Den Rest übernehmen wir in der Villa Genpool. Aufzucht, Verköstigung und Schulaufgaben sind durch uns für den Nachwuchs garantiert. Liebevolle Beknuddelung natürlich auch. Kostenpunkt pro Nase 25.000 Euro per Anno zzgl. Unterhaltskosten für das Kind. Maximale Anzahl der Kinder pro Frau: 2. Sexualverkehr unter Vorbehalt unbegrenzt. Eine angemessene und flexible Besuchsregelung für die Mütter ist Verhandlungssache und wird ebenfalls garantiert. Wochenende selbstverständlich. Hier können auch Besuche der handelsüblichen Verwandtschaft – Omas, Opas, Onkels und Nichten etc. - stattfinden. Mit Shuttleservice.
Wir meinen, dieses Konzept ist die beste Lösung für eine realistische Familienplanung. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von neurotischen und auch psychotischen Prozessen bei allen Beteiligten, also bei den Elternteilen und den beschützt heranwachsenden Nachkömmlingen, ist damit auf ein Minimum reduziert. Das setzt kreative Energien frei, die am Ende auch der ganzen Gesellschaft zu Gute kommen.
Einzelheiten des Erziehungskonzepts, der moralischen Integrität der Betreiber des Vereins und des Vollzugs der Genübertragungen können ab sofort erfragt werden bei:
Die Villa Genpool e. V.,
Ich finde die Idee echt gar nicht so übel. Heutzutage.












