Wir alle wissen, dass es nicht einfach ist mit der Kommunikation. Obwohl man sie heutzutage studieren und sogar designen kann. Warum aber ist sie nun so schwierig zwischen den Menschen? Warum glaubt man, sie gut zu beherrschen, obwohl einen kein Mensch wirklich versteht? Vor allem diejenigen nicht, denen man am nächsten steht. Dabei gibt es so viele Arten der Kommunikation, ja, man kann im Grunde gar nicht nicht kommunizieren. Machen wir also kein Geheimnis daraus!
Kommunikation:
lat. communicare "teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen"

Wenn es nun so ist, dass ich, was immer ich tue, ständig kommuniziere - ob ich etwas sage oder nicht, ob ich mich bewege oder nicht, ob ich atme oder nicht - bleibt auch weniger verborgen, als ich glaube. Ständig sende ich Signale an meine Umgebung, die sich dann aussuchen kann, was sie mit diesen Informationen tun möchte. Wenn die Umgebung sehr nett, oder sehr wach ist, kann es passierren, dass sie dir wegen deines Magenknurrens einen Hamburger reicht.
Man nennt es wohl Nonverbale-Kommunikation,
Körpersprache. Man unterscheidet unbewußte, teilbewußte und bewußte nonverbale Kommunikation. Denn
wirkungsvolle Kommunikation, mitteilen muss man WOLLEN. Und auch diese Haltung vermittelt sich zwischen den Zeilen, ob man es möchte, oder nicht.
Obschon es Menschen geben mag, die dir das Blaue vom Himmel runterplappern, ist jede Art von Kommunikation an ein Ziel gebunden. Ich will ja etwas erreichen, auch wenn ich nur laber. Vielleicht will ich mit meinem Geschwätz meine Angst kaschieren, oder von anderen Unzulänglichkeiten ablenken. Vielleicht traue ich dem anderen gar nicht zu, dass er mich versteht - auch das vermittelt sich als Haltung und als Ziel.
Was will ich also erreichen mit meinen vielfältigen Kommunikationsmitteln? Wenn wir bitteschön vom Verkaufen einmal absehen (Werbebranche). Aber weshalb eigentlich? Vielleicht ist es ja oftmals so, dass ich irgendwas verkaufen will mit meinen verbalen und nonverbalen Mitteilungen. Nämlich mich selbst.

Oft ist man bemüht, ein gewisses Bild nach Außen abzugeben oder möchte, dass einem das Gegenüber auf die und die Art
wahrnimmt. Man investiert in der Regel relativ viel Energie in diese Effekte. Doch ist Kommunikation eine bilaterale Angelegenheit, dass heißt, man gibt etwas raus und es kommt was rein - Feedback, Rückmeldungen. Schließlich ist man ja nicht allein auf der Welt. Und darum geht es doch bei dieser Angelegenheit, deswegen wird doch der ganze Zampano getrieben, haben sich die vielen Sprachen im Laufe der Menscheitsgeschichte entwickelt: Wegen der Gemeinschaft, dem Du, dem Wir, der Erhaltung der Art.
Weshalb aber ist das immer wieder so schwierig? Wenn ich doch weiß, dass ich gar nicht anders kann, als mich mitzuteilen, warum mache ich das dann nicht gleich sehr bewußt, mit Worten und mit Taten? Warum gibt es an dieser Stelle so viel Defizite, Störungen, Verschüchterungen und Ängste?
Ich stelle mir diese Fragen, weil ich manchmal einigermaßen enttäuscht bin von den Fähigkeiten meiner Gegenüber zur Kommunikation. Da es sich oft um Frauen handelt, greift hier auch nicht das alte Klischee vom tumben Mann, der nicht sprechen, nicht kommunizieren mag. Nur fällt es schon lange nicht mehr in meinen Zuständigkeitsbereich, den Interessen des Gegenübers auf die Sprüunge zu helfen. Es wird alleine ein Schuh draus, wenn jeder seinen Standpunkt einzunehmen bereit ist.

Hat Kommunikation vielleicht eine moralische Komponente im Sinne von Wertschätzung? Warum ist es nicht selbstverständlich, dass meine Haltungen getragen sind von Wertschätzung? Das hieße, dass ich dem anderen die Möglichkeit gebe, mich zu verstehen und mich ihm gegenüber
klar und deutlich mache. Wenn mir dies nicht gelingt, ist es dann der Mangel an Fähigkeiten oder ist es Scham? Ist es mein Unvermögen oder ist es die Angst, Unangenehmen und Konflikten standzuhalten? Wie auch immer es ist, warum mache ich nicht genau das dann zum Thema?
Wenn ich das alles so durchdenke, merke ich, dass ich einen hohen Anspruch an die Menschen habe. Vor allem an deren Fähigkeit zur Wertschätzung. Das liegt sicher an den vielen Wegen, die ich gegangen bin, die gewisse kommunikative Fähigkeiten unbedingt erforderten.
Manchmal denke ich, wenn ich beispielsweise ein sehr attraktiver Mensch bin, ist es nicht unbedingt erforderlich, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Die gebratenen Hähnchen fliegen ganz von selbst in mein Mäulchen. Oder wenn ich einen recht geraden Lebensweg gehe, der wie vorgezeichnet erscheint, komme ich nicht unbedingt in die Lage, gewisse Fähigkeiten entwickeln zu müssen.
Ich habe an dieser Stelle schon einmal geschrieben über
Barrierefreiheit. Damals im Zusammenhang mit dem Internet. Denn gewisse Websites, bestimmte Texte, verschiedenen Angebote berücksichtigen nicht, dass es Menschen gibt, die einige Zusammenhänge daraus nicht verstehen, oder wegen einer körperlichen Einschränkung gar nicht erst
sehen, also wahrnehmen können. Die werden einfach nicht mitgenommen, müssen leider draußen bleiben. Die Wertschätzung diesen Menschen gegenüber, die solche Angebote kommunizieren, wird dabei mehr als deutlich. Ist es Unwissenheit?

Aber so ist es auch im Kleinen, zwischen mir und dir: Wir können uns nicht begegnen, wenn wir unsere kleine Welt, in der wir uns bewegen, nicht teilen, nicht mitteilen wollen. Warum macht man oftmals ein solch großes Geheimnis daraus, zu sagen, wie es ist, wie es einem geht, was man denkt, fühlt, was man wahrgenommen hat, was man möchte, was man sich vorstellt? Und gibt damit dem anderen die Chance, sich dazu zu verhalten und damit die Dinge zu klären, aus der Welt zu schaffen, damit sich Begegnung, Neues überhaupt ereignen kann!?
Die 1. Welt ist voll mit neuen Medien. Die Kommunikationswege haben eine Geschwindigkeit und eine Intensität, dass einem ganz schwindelig werden kann. Man schießt die Informationen beinahe zum Mond, sie werden von Sateliten abgefangen und zurückgeschleudert. Unglaubliche Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu treten. Aber im Kleinen ... manchmal mehr als dürftig und ein Trauerspiel. Woran mag das liegen?
Ich fühle mich oft an "Des Kaisers neue Kleider" erinnert. Es scheint manchmal nicht wichtig oder ausreichend, ein Mensch zu sein, überhaupt da zu sein, sondern es scheint wesentlicher, wen man darstellt, welches Bild von einem selbst sich im anderen zusammensetzt. So entsteht niemals echter Kontakt. Ich bin doch kein Bild in einem fremden Gehirn! Was übrigends auch der Grund für meinen Nick-Namen ist: 404 - File Not Found. 404 gibt es nur in deinem Kopf, sonst nirgends. So wie ich mehr bin, als das, was ich scheinbar darstelle, ist auch die Person hinter einem Blog, viel mehr, als darüber vermittelt wird und werden kann.
Scheuen wir die Komplexität der allzumenschlichen Verwurstungen? Warum ist Wertschätzung an dieser Stelle nicht selbstverständlich? Neudeutsch heißt das heute: Respekt! Vielleicht, weil ich mich selbst und was in mir vorgeht nicht wirklich wertschätzen kann? Liegt hier der Hase im Pfeffer? Es beginnt
immer in einem selbst!
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